Bücher – das Eintauchen in fremde Welten

Via Medien ist eine täglich, ja stündlich unermessliche Fülle an Informationen angeboten, Gleiches gilt für möglichst raschen und ungebremsten Gedankenaustausch. Was willkommen, sinnvoll und notwendig ist, entscheiden alle selbst. Und wenn man sich total überrollt fühlt? Dann ist es Zeit für ein Buch, fürs Eintauchen in selbst Gewähltes, fürs hoffentlich anregende Abdriften in andere Welten, deren Inhalte so einfach aufzubewahren und bei Bedarf wieder hervorzuholen sind




Die Verantwortlichen der stadtglarnerischen Buchhandlung «wortreich» an der Abläschstrasse boten unlängst ein ganz spezielles Einführen an – in schon beinahe familiärem, absolut gemütlichem Rahmen; wissend, dass die Zeit fürs Lesen und Schenken gekommen ist. Christa Pellicciotta, Geschäftsführerin; Elisabeth Trümpy und Marylou Glarner hatten sich spürbar sorgsam und über gewiss lange Zeitspannen hinweg vorbereitet. Aus der Fülle neu erschienener Bücher hatten sie das ausgewählt, was sie persönlich am meisten angesprochen hatte, was sie auch mit knappem Erläutern empfehlen konnten.

Die sprichwörtliche «Qual der Wahl» fiel dann schwer, wenn man sich für einen der knapp 30 Titel zu entscheiden hatte und beim Stöbern am Büchertisch unweigerlich hängen blieb.

Die Hinweise zu ganz verschiedenen Inhalten waren sehr willkommen. Klug vorbereitetes Begleitmaterial mit Raum für die jeweiligen Notizen stand allen zur Verfügung. Über Vaterlandstreue, Ordnen vieler Briefe, dem Ersten Weltkrieg als zentrales Thema ist beispielsweise in «Der Duft des Waldes» von Helene Gestern nachzulesen. Es sei zwar ein Wälzer mit vielen hundert Seiten, aber sehr spannend, so Elisabeth Trümpy. «Drei sind ein Dorf», von Nina Nayeri, handelt von Auseinandersetzungen zum Thema Migration. Es war – weiterführend – einiges über Nigeria, die jüdische Souffleuse, einen Arzt im Dienste der Polizei, ein ergreifendes Schicksal aus Apulien, eine irische Familie in New York, eine gar magische Zahnspange oder über die Oma, die das Internet kaputt gemacht hatte, zu erfahren. Auch Kinderbücher kamen nicht zu kurz. So begegnete man mit innerem Vergnügen der kleinen Eulenhexe; erfuhr, wo die See auf den Himmel trifft; dass Ente und Maus im Bauch des Wolfes eine tolle Party zu feiern vermögen; dass der edle Ritter Federico mit seinem tapferen Hund enorm Mühe hat, einen echten Feind zu finden, der im Kampf besiegt werden könnte oder dass es ungeheuer sympathische Monster gibt.

Die Welt der Bücher ist so begrüssenswert vielseitig, stimmungsstark – man wählt sorgsam aus und lässt sich dabei genügend Zeit. Und einem spannenden Begegnen steht nichts mehr im Weg.