Wie war das doch noch vor nicht allzu langer Zeit. Im Sommer sassen die Spaziergänger vor dem Café, auf einladenden schmucken Stühlen und kleinen runden Tischen. Im Geschäft wurde feines Konfektgebäck angeboten. Die Leute hatten Musse sich gemütlich bei einem feinen Kaffee und eben diesem speziellen Gebäck zu unterhalten. Es schien, als ob die die längst vergangene Zeit für einen kurzen Augenblick stehen geblieben wäre.
Im Winter verzogen sich die vielen Glarnerinnen und Glarner in das gemütliche Innere des Café Freulers. Fast hatte man das Gefühl, in einem der ehrwürdigen alten Wiener Kaffees zu sitzen. Der Duft des frischen Gebäcks und von frisch gemahlenem Kaffee gab der sehr gemütlichen und intimen Atmosphäre den richtigen Rahmen. Das Café Freuler war eines der Begegnunscenter in Glarus. Hier trafen sich Jung und Alt, Heimwehglarner, Heim- und Rückkehrer, schlicht einfach jedermann, welcher dieses spezielle Ambiente schätzte.
Glarus bietet auch heute noch solche Begegnunscenter, wie seit Neustem das Café Cornetto oder Café Blume und auch das heimelige Café bei der Bäckerei Gabriel. Aber ehrlich, das Café Freuler hätte auch heute noch Platz, und ohne die übrigen Cafés zu schmälern, wir vermissen das Café Freuler. Für das Bild der kleinsten Hauptstadt der Schweiz würde es gut anstehen, wenn diese Bretterwand beim Schaufenster verschwinden und wieder das so feine Glarner Konfekt in der Auslage die Passanten anlacht und zum Verweilen und Kaufen einladen würde.
Das Rad der Zeit lässt sich nicht aufhalten und zurückdrehen aber es verbietet nicht zu träumen und Wünsche zu äussern.
Im Übrigen hat uns unter anderem das Interview mit dem Glarner Autor Perikles Monioudis auf dieses verlorene und von vielen vermisste Juwel aufmerksam gemacht. Vor allem als Glarner Bürger und Heimkehrer fehlt ihm dieser gemütlichen Treffpunkt. Auch wir vermissen das Café Freuler sehr.
Markus Bucher übernimmt die Leitung des Departements Schule und Familie



