Cécilia Trümpi und ihr «Maschinenkind» – eine Buchpräsentation

Mit spürbar grossem Aufwand, sprachlichem Geschick, umfassendem Recherchieren, dem Zusammentragen einiger Fakten nach dem Studium einschlägiger Unterlagen, hohem persönlichem Engagement und Hingabe hat die Maturandin Cécilia Trümpi, gerade mal achtzehn Jahre jung, eine, wie es auf dem Einband heisst, «Historische Erzählung», verfasst und das beeindruckende Ergebnis kürzlich in der stadtglarnerischen Buchhandlung Baeschlin präsentiert.



Cécilia Trümpi und ihr «Maschinenkind» – eine Buchpräsentation

Zustandegekommen ist alles, weil sich eine enorm positive Vermischung von verständnisvoller Zusammenarbeit ergeben hat; Cécilia Trümpi hat geforscht; hat sich viele Gedanken gemacht; war willens, sich in die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der damaligen Textilblütezeit und deren Niedergang einzuarbeiten.  

Im Mittelpunkt des erdachten Geschehens steht Lisi Dürst, geht es um die Haltung der Fabrikherren, wird die Herablassung und Verurteilung gegenüber der ungewollt Schwangeren ausgedrückt. Es wird in einen Alltag hineingeführt, der der Vergangenheit angehört, der ungeheure Belastungen enthielt.
Zur bemerkenswert gut besuchten Buchpräsentation gehörten die wertschätzende Begrüssung durch Gaby Ferndriger von der Baeschlin Verlagsgruppe, die Hinweise von Daniel Scherrer, der das Werden der Maturaarbeit begleitete und die Buchvorstellung samt kurzer Lesung durch Cécilia Trümpi.
Ein verdienter Dank ging an jene, die das Zustandekommen des Buches verständnisvoll mitgetragen hatten, nämlich an die Kamm Bartel-Stiftung, den Kanton Glarus und den Swisslos Kulturfonds.

Daniel Scherrer kam auf das zielstrebige, ehrgeizige Schaffen der jungen Buchautorin zu reden. Sie habe es verstanden, den fiktiven Personen eine Stimme zu verleihen. Vom ursprünglichen Gedanken, dem Verfassen eines Romans, habe er dringend abgeraten, das wäre zu umfangreich ausgefallen. Es sei eine Zusammenarbeit geworden, die von gegenseitigem Verständnis geprägt war. Es sei erfreulich, dass nach enorm zahlreichen Stunden echt Erfreuliches, Wertvolles entstanden sei.

Cécilia Trümpi dankte mit viel Herzlichkeit allen, die das Werden begleitet haben. Mit der kurzen Lesung wurde ausgedrückt, was damalige wirtschaftliche und gesellschaftliche Verhältnisse bedeutet haben, wie schwierig es war, über genügend Geld zu verfügen, wie schlecht Arbeitende behandelt wurden, wie gross die Macht der Fabrikherren war, wie es mit Wohnen für jene aussah, die sich eine Bleibe kaum leisten konnten. Von vielem haben jene schon gehört, die sich mit damals Gültigem befasst haben. Cécilia Trümpi setzt mit ihrem Schildern Akzente aus ihrer Sicht, offen, Anteil nehmend, leidenschaftlich, mit der ihr eigenen Wertung. Sie führt in eine Welt, die für viele ungut war, für andere weit besser.

Da ist der Vater, stark alkoholabhängig; es sind die heranwachsenden Kinder, die alles miterleben, mittragen müssen; es ist die Mutter, gezeichnet von einer schweren, sich wiederholenden Erkrankung, die an einem Weihnachtsabend zum Tode führt. Es sind die Bedingungen, wie sie in der damaligen Textilindustrie herrschten.        
Man gewann Interesse, erwarb sich das Buch, um sich vertiefend mit längst Vergangenem so befassen zu können, wie es aus Sicht der Buchautorin Bestand hat.

Es blieb Zeit zum Verweilen, zum freundschaftlichen Gedankenaustausch samt Vorfreude auf die Lektüre des Buches.