Am letzten Freitag, 11. 11. 2011, nahmen die beiden Glarner Kantonsschülerinnen Johanna Burger und Alina Leiendecker der Klasse 5e am 6. certamen Turicense teil, einem alljährlichen Lateinwettbewerb, bei dem sie innerhalb von zwei Stunden einen mittellateinischen Text übersetzen und interpretieren mussten, der von der Umbettung der Gebeine von Hildegard und Berta in zwei neue Sarkophage in der Fraumünsterkirche gegen Ende des 13. Jh. berichtete.
Nach der anstrengenden Übersetzungsarbeit folgte der gemütliche Teil: ein römischer Apéro, eine Stadtführung durch das römische Zürich, bei der das vorher Übersetzte plötzlich lebendig wurde, ein Mittagessen, eine kurze Filmvorführung sowie schlussendlich die Siegerehrung, bei der es sich der Latinistik-Professor der Uni Zürich höchstpersönlich, Prof. Dr. Ulrich Eigler, nicht nehmen liess, eine lateinische Laudatio zu halten.
«Es geht uns darum, das Latein wieder mehr in den Vordergrund zu rücken und die Gemeinschaft der Lateinliebhaber zu stärken.», sagt Ulrich Eigler zur Grundidee des Wettbewerbes und fügt in fast demselben Atemzug noch an: «Dass im Kanton Glarus kürzlich fast die Hälfte aller Gymnasiasten der 3. Kantonsschulstufe Latein zusätzlich neben Englisch gewählt hat, habe ich mit grosser Freude zur Kenntnis genommen, ebenso, dass mit den zwei Glarnerinnen erstmals in der sechsjährigen Geschichte des certamen Turicense auch ausserkantonale Lateinschüler begrüsst werden konnten.» Und dass man von einer durchaus gelungenen «Glarner Premiere» sprechen kann, dazu haben die beiden Kantonsschülerinnen selbst mit einer sehr guten Leistung – sie schrammten knapp am Podest vorbei – beigetragen, daneben das Organisationsteam des certamen Turicense mit einem abwechslungsreichen Programm sowie die Schulleitung der Kantonsschule Glarus, die eine Teilnahme der beiden Kantonsschülerinnen an diesem Event bewilligt hat. So kamen Alina und Johanna denn auch abends zwar müde, aber glücklich wieder zu Hause in Glarus an.




