Chumm mir gönd i Wald!

Ausgerüstet mit Rucksack, Regenschutz, guten Schuhen und vor allem guter Laune trafen sich am Montagmorgen zirka 170 Kinder der Schule Oberurnen mit Helfern und Lehrpersonen auf dem Kirchenplatz. Die Projektwoche zum Thema «Wald» stand auf dem Stundenplan.




Und schon bald wanderten die Kinder wie ein farbiger Tatzelwurm Richtung Oberdorf, Vorburg zum Sitenwald. Dort ging es als Gruppe an die verschiedenen Posten, an denen auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema «Wald» gearbeitet wurde.

Da gab es einen Theaterblock, wo die Kinder mit Waldmaterial eine Geschichte spielten oder einen Posten, an dem das Verhalten der Menschen im Wald angeschaut wurde. Passend dazu lernten sie an anderen Posten viel Wissenswertes über die verschiedenen Tiere oder auch über das Planzeichnen im Wald. Der pensionierte Kantonsförster Fritz Marti erklärte den Gruppen Spannendes über die verschiedenen Bäume und die damit verbundene Arbeit im Wald. Auch der künstlerische Aspekt fehlte nicht und so schufen die Schülergruppen an einem anderen Posten wunderschöne «Land-Art»-Objekte aus allem, was im Wald zu finden war.

Essen im Wald


Im Pfadiheim Syte war eine Gruppe dabei, für alle ein leckeres Mittagessen zu kochen und parallel dazu Käfer, Schnecken, Würmer und sonstiges Kleingetier unter dem Mikroskop anzuschauen. Auf dem Vorplatz zum Pfadiheim trafen sich alle Beteiligten um 12.00 Uhr, um das wohlverdiente Mittagessen einzunehmen.

Zugleich war das der Tagesschluss für die kleinen Kindergartenkinder. An den Nachmittagen waren Geschichten- und Spielposten angesagt, anfangs Woche durften die älteren Schülerinnen und Schüler ihr Können an einem OL unter Beweis stellen.

Am Freitagabend waren dann alle Eltern eingeladen in die Turnhalle Oberurnen, in welcher eine kleine, aber feine Ausstellung zeigte, was die Kinder in dieser Woche alles gemacht haben.

Kinder lernen von Kindern

Wie immer bei einem Schulprojekt der Schule Oberurnen waren die Kinder in altersgemischte Gruppen unterteilt. «Kinder lernen hauptsächlich von Kindern», so Kinderarzt Remo Largo. «Das Einüben und Verinnerlichen von Fähigkeiten erlernen die Kinder vor allem mit anderen Kindern in einer Umgebung, in der sie vielseitig aktiv werden können. Vermehrt Zeit in der Natur, im Wald wäre wünschenswert.» Genau an diesem Punkt setzte das Waldprojekt an. Durch den Wechsel des Schulortes in den Sitenwald bekamen die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, den Wald mit allen Sinnen zu erleben. Sie konnten nach dem Zmittag bei einem Fangis herumtollen, durften schmutzig werden und mussten sich in einer Gruppe von Kindern behaupten. Kinder der 6. Klasse mussten die Verantwortung für eine Gruppe jüngerer Kinder übernehmen. Sie waren verantwortlich dafür, dass die Gruppe immer komplett war, dass die Postenwechsel klappten und mussten wohl auch das eine oder andere Mal ein jüngeres Kind aufmuntern oder trösten. Dies ist Sozialkompetenz in höchstem Masse. An dieser Stelle folgt ein grosses Dankeschön an die Sechstklässer, die ihren Job einfach super gemacht haben. Auch ein Danke geht an alle Mitbeteiligten, ohne die ein solches Projekt gar nicht möglich wäre!