Clara & Robert Schumann, Emilie Mayer – das Regierungskonzert

Die hochstehenden Inhalte samt Überfülle an wechselnden Gefühlen, die im Rahmen des vergangenen Regierungskonzerts riesig bewegend ausgespielt wurden, lassen sich kaum mit gebührenden, anerkennenden Worten ausdrücken. Es darf ohne Einschränkungen von einem enorm bewegenden, ergreifenden Begegnen geschrieben werden, von einem wertvollen Geschenk, das in der beinahe voll besetzten Aula der Kantonsschule Glarus auf verdient hohe Beachtung stiess und mit langem, anerkennendem Applaus verdankt wurde.



Clara & Robert Schumann, Emilie Mayer – das Regierungskonzert

Auf dem Programm stand das Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll, op. 7 von Clara Schumann (1819–1896), die von Emilie Mayer (1812–1883) komponierte Sinfonie Nr. 4 und das Konzert für Klavier und Orchester a-Moll von Robert Schumann (1810–1856). Mit grossem Erfolg konnten sich – laut Programmhinweisen – in der Zeit der damaligen bürgerlichen Sozialgeschichte Frauen erstmals als Instrumentalmusikerinnen der interessierten Öffentlichkeit präsentieren, dies mit grossem Erfolg auch zahlreiche Jahre später in unserer Kanti-Aula.

In der Kanti-Aula gastierte das Kammerorchester Basel. Die Musikerinnen und Musiker boten eine inhaltsstarke Fülle in bewegender Art an, waren aufeinander hervorragend abgestimmt, interpretierten spürbar engagiert und mit hohem Können. Präzision, Ausgewogenheit und immense Beseeltheit klangen auf. Es war ein exzellentes, riesig bewegendes Zusammenspiel, ein unablässiger Wechsel starker Gefühle, stets meisterlich ausgedrückt. Inniges wechselte mit Träumereien, Wuchtigem. Verspieltem und Tänzerischem. Zuhören und Hinschauen kamen einem hohen Genuss gleich, alles war erfüllend, gefühlvoll, beinhaltete Kurzweil und enorme Bewegtheit. Es war ein meisterliches, gefühlsweites Interpretieren, anmutig, charmant, voller Kurzweil.

Zum erfüllenden Gelingen, der herrlichen Ganzheit, trugen die Dirigentin Delyana Lazarova und die Pianistin Alexandra Dovgan ganz Wesentliches bei. Das Dirigat war ganzheitlich schön. Delyana Lazarova leitete kunstreich, riesig einfühlsam, mit bewegendem Reichtum. Mit ihren Bewegungen kam der Reichtum an Gefühlen zum Tragen, sie spornte an, forderte mit grosser Ausstrahlungskraft und Eleganz, dankte mit herzlicher Anerkennung und offenbarte einen hohen inneren Reichtum, der wohltuend zum ganzheitlichen Tragen kam, aus zuweilen kleinen Bewegungen zu einem ganzheitlichen Reichtum gedieh.
Alexandra Dovgan überzeugte mit ihrer wechselvollen Eleganz restlos. Sie verharrt mit ihren Piani, drückt enorme Ruhe aus, ist wirblig, kraftvoll, äussert hohe Präsenz und drückt vieles mit beeindruckender Eleganz aus, sie weiss sich vom Orchester riesig gut begleitet.
Es war eine Ganzheit der besonderen, ja einzigartigen Art, voller Schönheiten und inhaltlichem Reichtum.

Verdient lange und mit spürbarer Anerkennung wurde gedankt. Eine Zugabe blieb nicht aus – bevor man sich wieder ins kühle, dunkle Freie begab, und in sich ein wahres Paket an musikalischer Reichhaltigkeit bewahrte.