Klimaschutz konkret: Einblick ins CCS-Projekt Linth
Die Mitgliederversammlung von KlimaGlarus.ch wurde mit einem Fachreferat von Cinia Schriber, Projektleiterin des CO₂-Kompetenzzentrums der Stiftung ZAR, eröffnet. Sie stellte das Projekt «CCS Linth» vor – ein Vorhaben, das bei der KVA Linth jährlich bis zu 140 000 Tonnen CO₂ reduzieren könnte. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa den CO₂-Emissionen, die im Kanton Glarus durch Verkehr und Landwirtschaft zusammen entstehen. Die Idee: CO₂, das bei der Abfallverbrennung entsteht, wird abgeschieden, verflüssigt und per Bahn zu europäischen Speicherstätten transportiert – etwa nach Norwegen, wo mit «Northern Lights» seit 2025 die erste kommerzielle CO₂-Speicherstätte in Betrieb ist. Gemäss Lebenszyklusanalyse der ETH Zürich verursacht das gesamte Verfahren lediglich rund 8–14% zusätzliche Emissionen im Verhältnis zur gespeicherten Menge – der Klimanutzen bleibt also klar positiv. Technisch wäre die Umsetzung in Linth möglich. Die Fernwärmeproduktion bliebe erhalten, allerdings würde die Stromabgabe der KVA um 70–80% sinken. Eine Umsetzung bis 2030 ist derzeit aufgrund fehlender Finanzierungsrahmen jedoch noch offen. Der Vortrag zeigte eindrücklich: Klimaschutz braucht Innovation und den Mut, neue Wege zu gehen.
Ein Vereinsjahr mit Wirkung
Im statutarischen Teil blickte der Verein auf ein starkes Jahr zurück. Die Mitgliederzahl wächst weiter und nähert sich der Marke von 300. Gleichzeitig hat der Verein in den letzten Jahren ein bemerkenswert hohes ehrenamtliches Engagement an den Tag gelegt. Die freiwillige Arbeit entspricht einem Gegenwert von rund CHF 112 000 – getragen von Vorstand, Kerngruppe und vielen engagierten Menschen im Glarnerland. Ein starkes Zeichen für die breite Abstützung im Kanton. Dieses Vertrauen wirkt auch nach aussen: Dank der grossen Unterstützung aus der Bevölkerung und einer stetig wachsenden Community erhält KlimaGlarus.ch vermehrt Fördermittel von externen Stiftungen und Partnerorganisationen. Diese breite Trägerschaft schafft Glaubwürdigkeit und Stabilität und trägt wesentlich dazu bei, dass der Verein finanziell solide aufgestellt ist und diese Mittel in die lokale Wertschöpfung investieren kann.
Auch inhaltlich war 2025 bewegt:
- Das Projekt «Solarstrom für alle» wurde erfolgreich abgeschlossen – 200 Mini-PV-Anlagen produzieren nun jährlich über 100 000 kWh Solarstrom.
- «Teilen auf dem Acker» brachte erneut biologisch angebaute Glarner Kartoffeln auf die Teller – die Ernte war rasch ausverkauft.
- Mit «PEIK Glarnerland» wurde die Energieberatung für KMU erfolgreich weitergeführt.
- Die «Neue Glarner Zeitung» und der Film «Heimat» erreichten Tausende Menschen.
Bei den Wahlen wurden Lisa und Franz als Co-Präsidium bestätigt. Leonie, Vera, Anita und Remo engagieren sich weiterhin im Vorstand, Mathias und Christoph als Revisoren. Die Wiederwahlen stehen für Kontinuität und für Vertrauen in ein motiviertes Team.
Ein Blick nach vorne
KlimaGlarus.ch freut sich darauf, auch im nächsten Jahr aktiv zur Gestaltung einer klimafreundlichen Zukunft im Kanton Glarus beizutragen. Mit dem «Glarner Klimahaus» sollen innovative Bauideen gefördert und nachhaltiges Bauen im Glarnerland vorangebracht werden – ergänzt durch eine digitale Innovationsplattform.
Mit «Glarner Fassadenstrom» wird gemeinsam mit regionalen Handwerksbetrieben den Bau von Solarfassaden unterstützt. Das Ziel sind 1000 m² beziehungsweise 200 kWp inklusive Wertschöpfung im Glarnerland und Winterstrom für die Glarner Bevölkerung und Unternehmen.
Der Finanzbedarf für 2026 ist gesichert. Für die Folgejahre werden zusätzliche Mittel aus Stiftungen, Projekten und Mitgliedsbeiträgen angestrebt.
Beim anschliessenden Abendessen konnten Leonies Röstitaler aus Kartoffeln des Projekts «Teilen auf dem Acker» zusammen mit Pilz-Geschnetzeltem genossen werden. Das gemeinsame Essen bot Raum für persönliche Gespräche und einen angeregten Austausch.






