Cotlan – Das leistungsstärkste Wasserkraftwerk entlang der Linth geht bald ans Netz

Mit dem Durchbruch der Rohrvortriebsmaschine wurde am vergangenen Donnerstag ein wichtiger Meilenstein beim Bau des neuen Wasserkraftwerkes der Cotlan Wasserkraft AG erreicht.



Nach rund sechs Wochen, in der sich der Bohrkopf mit einem Durchmesser von rund 3,8 Meter von Rüti nach Linthal durch das Erdgestein frass, konnte am vergangenen Donnerstag auf dem Gelände des LinthParks Glarus Süd der erfolgreiche Durchstich gefeiert werden. Das Ereignis war schwierig vorauszuplanen, denn der Durchbruch verzögerte sich immer wieder. «Wir können solche Situationen nicht immer genau voraussehen und müssen stets mit unvorhersehbaren Problemen rechnen.» Der verantwortliche Bauingenieur des Projektes zeigte sich nach dem erfolgreichen Durchstich erleichtert, aber auch stolz. Man ist zuversichtlich, den Zeitplan des Projektes einhalten zu können.

Start in Rüti


Gestartet wurde mit dem Pressrohrvortrieb in Rüti, unweit von wo nach Beendigung der Arbeiten das eigentliche Herz, d.h. die Zentrale, des neuen Wasserkraftwerkes zu stehen kommt. Täglich wurden von hier aus mit der speziellen Vortriebsanlage pro Tag bis zu 16 Meter vorangetrieben. Die in Hätzingen gefertigten, 44 Tonnen schweren Rohr-Elemente wurden jeweils mit bis zu 1500 Tonnen Pressgewicht nachgestossen und miteinander verbunden. Insgesamt beträgt die Länge der unterirdischen Druckleitung gut 1200 Meter, wobei jedoch nur rund 640 Meter mittels unterirdischem Pressvortrieb erstellt werden.

Turbiniertes Wasser ein zweites Mal nutzen


«Der wesentliche Vorteil des Projektes liegt darin, dass wir das bereits gereinigte und turbinierte Wasser vom Kraftwerk im Linthpark Glarus Süd ein zweites Mal nutzen können», informiert Viviane Kessler, Verwaltungsrätin der Cotlan Wasserkraft AG. So wird das turbinierte Wasser nicht umgehend in die Linth zurückgeleitet, sondern in einer unterirdischen Wasserkammer gesammelt und durch die angeschlossene rund 1,2 Kilometer lange Druckleitung direkt auf die Turbine des Kraftwerks Cotlan in Rüti gespiesen. Dies ermöglichte den Rückbau des nun nicht mehr benötigten Freispiegel-Oberwasserkanals des alten Cotlan-Wasserkraftwerkes sowie dessen Wehrbauten in der Linth, was ökologische Vorteile (Wegfall von Fischaufstiegshindernissen) und auch sicherheitsrelevante Vorteile (reduzierte Überschwemmungsgefahr) mit sich bringt.

Das Wasserkraftwerk Cotlan AG


Es ist geplant, das Kraftwerk im Frühahr 2017 ans Netz zu geben. Pro Sekunde fliessen dann bei Volllast rund 15 000 Liter bei einem Bruttogefälle von 18,7 Metern durch die Druckleitung. Die zu erwartende Jahresproduktionsmenge liegt bei rund 12 000 000 kWh, womit bis zu 2600 Haushalte mit Strom aus Glarner Wasserkraft beliefert werden können.

*Edi Huber ist Pressebeauftragter der IG Kleinwasserkraft.