Curling auf hohem Niveau im Buchholz

Am vergangenen Wochenende fand in der Curlinghalle im Buchholz die zweite Ausgabe der Glarner Kantonalbank-Trophy statt. 12 Teams lieferten sich zum Teil sehr hochstehende Spiele.



Favorisiert für den Turniersieg waren sicher 4 Teams. Der letztjährige Sieger St. Gallen mit Skip Carlo Höhener wollte unbedingt seinen Titel verteidigen. Dagegen hatten aber die mitfavorisierten Teams aus Glarus etwas einzuwenden. Das Team Hingher mit Skip Roger Hämmerli stellte mit 3 national sehr versierten Spielern ein hochkarätiges Team. Ebenfalls Lust und Potenzial auf einen Sieg hatte das Team Zimmermann mit Skip Severin Eberle. Dann war da noch das Team vom CC Dolder Turicum mit dem erfahrenen Skip Karl Grossmann, der den letzten Schliff für die Senioren-Schweizer-Meisterschaften in Glarus holen wollte.

Mit 3 Siegen aus den Vorrunden standen die Teams Hingher und Zimmermann an der Spitze der Rangliste. Mit je 2 Siegen und einer Niederlage folgten die Teams von Dolder Turicum, (welche ihr erstes Spiel gegen Zimmermann verloren) und die Teams von Hansjörg Schneider und Daniel Hösli-De Maria. Überraschend verloren die Titelverteidiger aus St. Gallen alle 3 Spiele aus der Vorrunde. Ihnen gelang an diesem Wochenende rein gar nichts.

In der 4. Runde duellierten sich alsdann die beiden führenden Teams vom CC Glarus. Nach den ersten 4 Ends lagen die beiden Teams gleichauf. Nach einem Dreierhaus im 6. End musste sich das Team von Zimmermann geschlagen geben. Der Sieg ging an das Team Hingher, welches mit ihren knallharten und sehr präzisen Take-Outs vorzüglich agierte. Zimmermann fiel vor der Finalrunde auf Rang 4 zurück. Das Team vom CC Dolder zeigte Nervenstärke und schlug in der 4. Runde das zweite Team von St. Galler Bär deutlich, was den Zürchern den zweiten Platz vor der Finalrunde bescherte. Auch Schneider konnte sich gegen Hösli klar durchsetzen und setzte sich auf Rang 3. Dafür machte ein anderer Hösli Furore: Der Präsident des CC Glarus, Daniel Hösli, hatte mit seinem Team zu einer Aufholjad angesetzt und qualifizierte sich zusammen mit dem anderen Dani Hösli (Fladi) für die Finalrunde.

Das Spiel Hösli gegen Hösli war ein ganz klarer Fall für den Präsidenten, der, sicher überraschenderweise, seinem Namenskollegen keine Chance liess und sich mit diesem Sieg den 4. Schlussrang sicherte. Team Zimmermann mit dem sicheren Skip Severin Eberle siegte ebenfalls klar gegen das Team Schneider. Beim effektiven Finalspiel von Hämmerli/Hingher gegen Grossmann/Dolder Turicum war bis zum allerletzten Stein ein Nervenkitzel zu spüren. Die Zuschauer bekamen grosses Curling zu sehen. Grossmann hatte das Handicap zu dritt spielen zu müssen, da sich der vierte Spieler für die Spiele vom Sonntag wegen Krankheit abmelden musste. Nach dem siebten End lagen die Teams gleich auf, wobei Grossmann den Vorteil des letzten Steins im letzten, dem 8. End hatte. Nach 2 Patzern der Vorderleute von Grossmann geriet dieser zunehmend unter Druck. Der letzte Stein von Grossmann musste entscheiden. Zwei Steine von Hämmerli lagen ziemlich im Zentrum des «Hauses» und waren komplett abgedeckt mit Gard’s.

Grossmann blieb nichts anderes übrig, als einen Wunderstein mitten ins Haus zu spielen. Dieser Stein schien wirklich den Weg ins Zentrum zu finden, als er plötzlich durch einen Staubpartikel vom vorgesehenen Weg abgelenkt wurde. Damit stand der Turniersieg für den jungen Skip Roger Hämmerli fest. Ein enttäuschter Grossmann gratulierte dem Team Hingher sehr fair und nahm die Niederlage sehr sportlich zur Kenntnis. Beide Teams hätten mit ihrer enormen Spielstärke den Sieg verdient.