Damit das Feuer noch lange brennt

In diesem Sommer trat Marius Twerenbold die Nachfolge von Peter Rufibach als Präsident der Stiftung Hammerschmiede Mühlehorn an, zudem komplettiert Liliane Schrepfer den Stiftungsrat. Alles damit die Schmiede auch zukünftig wie zu ihrem Start im Jahr 1777, weiter traditionell Eisen verarbeiten kann.



So etwas wie in Mühlehorn, wo noch wie vor fast 250 Jahren Eisen verarbeitet wird, gebe es seines Wissens nirgendwo in Europa, ist sich Christian Zimmermann sicher. Und als Schmied und Künstler der Hammerschmiede Mühlehorn dürfte er sich in diesem Metier bestens auskennen. «Eigentlich arbeite ich in einem Museum; aber eben, es ist kein Museum, das ist das Einzigartige.» Dass hier weiterhin professionell gearbeitet werden kann, ist nur dank dem unermüdlichen Engagement der Stiftung möglich. «Wir kümmern uns um die Instandhaltung des Gebäudes und der Infrastruktur», erwähnte hier Marius Twerenbold, seit diesem Sommer der frische Präsident des Stiftungsrats. Nach rund 17 Jahren im Rat und als Präsident wollte sein Vorgänger Peter Rufibach die symbolische Flamme weitergeben. «An einem so traditionellen und einmaligen Ort den Vorsitz zu haben ist eine grosse Ehre.» Ausserdem konnte mit der Sanierung des Dachstocks die letzte grosse Arbeit noch im letzten Jahr abgeschlossen werden. Die Schmiede oberhalb des Walensees sei in einem guten Zustand und für die kommenden Jahre stehen nur noch kleinere Arbeiten an. «Am wichtigsten ist, dass wir den Stiftungszweck erfüllen können.» Dieser sieht neben dem Erhalten des ursprünglichen Zustandes eben auch die Weiterführung der bisherigen, professionellen Nutzung vor.

Mit dem Kunstschmied Christian Zimmermann und seiner Frau Roswitha habe man vor gut 25 Jahren einen wirklichen Glücksgriff gemacht. Neben der Erarbeitung von Skulpturen, schmiedet Zimmermann zum Beispiel Tore und Weinlager mit individuellem Touch. Zusätzlich stehe auch immer mehr das Erlebnis Schmiede im Fokus. «Wasser und Feuer sind Naturelemente, die den Menschen immer fasziniert hat.» Und an diesem Ort kann man ihre Kraft fast unvermittelt erfahren. Aus diesem Grund erfreuen sich die Führungen und vor allem die Team-Events immer grösserer Beliebtheit. «Der Besuch und das Erlebnis hat natürlich auch einen grossen Einfluss auf die weiteren Geschäftsbereiche und sind die beste Werbung für neue Gäste und Kunden.» Die Corona-Krise und die Sicherheitsmassnahmen haben hier Anlässe im Frühling und Sommer natürlich auch unter dem Kerenzerberg gestoppt. Nun freut sich Zimmermann, dass die ersten Events bereits wieder geplant werden können. «Natürlich haben wir noch Platz in der Agenda. Gerne kann man sich bei mir melden, damit wir den Ablauf je nach Gruppengrösse planen können.» Auch über Anfragen für Anfertigungen jeglicher Art freue er sich immer. «Es soll aber stets etwas Besonderes werden, so einmalig wie die Hammerschmiede in Mühlehorn.»

*Jürg Huber ist Pressebeauftragter der Glarner Handelskammer