Das Schadensereignis war dannzumal immens: 112 Personen und 68 Gebäude mussten evakuiert werden. 40 Gebäude wurden zerstört oder beschädigt, 15 davon mussten vollständig abgebrochen werden. Ebenfalls zerstört wurden grosse Teile der öffentlichen und privaten Freiräume.
Wo der Erdrutsch damals tiefe Spuren hinterlassen und das Leben im Quartier grundlegend verändert hat, ist in den vergangenen Jahren mit grossem Engagement ein neuer Lebensraum entstanden. Quartierverein und die Gemeinde Glarus Süd arbeiteten dabei eng zusammen.
Miteinander etwas Neues geschaffen
Eine zentrale Rolle übernahmen dabei der Quartierverein Plattenau unter Präsident Jürg Hefti, selbst vom Naturereignis betroffen, und das ILF (Institut für Landschaft und Freiraum) der OST –Ostschweizer Fachhochschule, Rapperswil-Jona – als zuverlässiger Partner. Durch die Zusammenarbeit mit Professor Peter Vogt, Linus Nigsch und dem Studiengang Landschaftsarchitektur entwickelten Studierende des Bachelorstudiengangs im Herbstsemester 2024/2025 zwölf konkrete Vorschläge für die Neugestaltung. Diese wurden im Februar 2025 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung der OST präsentiert und weiterentwickelt. Im Februar 2026 erfolgte die Vergabe der Arbeiten – überwiegend an einheimische Betriebe. Entstanden sind Freiräume verschiedenster Art.
Projekt und seine Bedeutung für das Quartier und die Gemeinde Glarus Süd
Die Gesamtkosten von rund Fr. 500 000.– entpuppten sich als grosse Herausforderung. Die Wiederherstellung und Neugestaltung der Plätze, Wege, Grünräume und weiterer gemeinschaftlich genutzter Aussenbereiche im Quartier hätte zu einem grossen Teil durch die bereits stark betroffenen Grundeigentümer selbst getragen werden müssen.
«Ich bin stolz, dass das Ganze, ohne den Steuerzahler zu belasten, über die Bühne ist und über zahlreiche grosse und kleine Spenden finanziert werden konnte», so der sichtlich erleichterte Quartiervereinspräsident Jürg Hefti. «Aber Spenden werden natürlich gerne auch weiterhin angenommen». IBAN CH93 0077 3000 5989 6219 3, Quartierverein Plattenau, Plattenaustrasse 39, 8762 Schwanden GL.
Ein zentrales Element der Gestaltung ist auch der bewusste Umgang mit lokalen Materialien, sodass die Geschichte des Ortes sichtbar bleibt. Verrucano-Findlinge, die durch die Naturereignisse ins Quartier gelangten, wurden wiederverwendet und prägen heute als Bodenplatten auf Plätzen und Wegen das Erscheinungsbild des Quartiers. Sie stehen sinnbildlich für die Fähigkeit, aus Krisen neue Chancen zu entwickeln, und erinnern an die tragischen Ereignisse von 2023.
Am Samstag, 29. August 2026 – genau drei Jahre nach dem Ereignis – ist das Projekt, welches im stark betroffenen Quartier neue Aufenthalts- und Begegnungsräume schafft, mit der Quartierbevölkerung, Projektbeteiligten und Gästen offiziell eingeweiht worden.


















