«Das Amtsjahr hat Einfluss auf die ganze Familie»

Als Mutter von drei kleinen Kindern, fordert das Amt von der frisch gewählten Landratspräsidentin Susanne Elmer Feuz zusätzliches Organisationstalent. Ansonsten freut sie sich sehr auf die wichtige Aufgabe und die spannende Zeit.



Die Freude auf das bedeutende Amt sieht man Susanne Elmer Feuz schon zwei Wochen vor der Wahl zur Landratspräsidentin an diesem Mittwoch an. Aber auch der Verantwortung, die mit der grossen Ehre einhergeht, sieht man ihr an. «Ich bin schon die erste Sitzung durchgegangen und meine Rede steht bereits.» Organisation und Vorbereitung sind nicht nur für den bedeutenden Tag für Elmer-Feuz wichtig. Denn das Amtsjahr und der damit einhergehende Mehraufwand auch in repräsentativer Funktion werden nicht nur sie, sondern die gesamte junge Familie fordern. Für die drei Töchter – Emma fünf Jahre sowie die Zwillinge Lilith und Freja dreieinhalb Jahre alt – werden deshalb vermehrt Ehemann Roger Feuz und die Mutter sowie Schwiegereltern da sein. «Da Roger selbständig sein KMU leitet, macht es die ganze Situation deutlich einfacher.» Allgemein sei, laut Elmer Feuz, die Absprache zwischen den Eheleuten in einer Familie wichtig. «Wer arbeitet wie viel? Wer ist wie oft für die Kinder da? Das sind Fragen, die man sich nicht nur in unserer Familie stellt.» Dabei hat sich bei der Familie Feuz das traditionelle Rollenbild herauskristallisiert. «Für uns stimmt das aus verschiedenen Gründen so.»

4 aus 131

Themen und Probleme, die sich ihre Vorgänger aufgrund des Alters der Kinder und vielleicht auch aufgrund des Geschlechts so wohl weniger gestellt haben. «In meinen bald zwanzig Jahren in der Politik hatte ich nie das Gefühl, dass ich als Frau anderes behandelt werde.» In den Vorbereitungen auf die Wahl habe die 37-Jährige gespürt, dass eine Frau in diesem Amt immer noch Seltenheitswert hat. «Von 131 Landratspräsidenten bin ich erst die vierte Frau.» Von ihrer Vorgängerin Christine Bickel bis zu ihr hat es immerhin rund 13 Jahre gedauert. Und es dürfte auch mindestens wieder fünf Jahre dauern für Nummer fünf, da die weiteren Mitglieder im Büro ausschliesslich Männer sind. «Ich hoffe, dass ich den Frauen zeigen kann, dass das Amt keine Zauberei ist. Für mich sind Frauen in der Politik etwas völlig normales, bei diesen Zahlen scheint es aber immer noch nicht selbstverständlich zu sein.» Ansonsten möchte sie sich in der Sitzungsleitung auf eine gepflegte Diskussionskultur und auf das Einhalten der geschriebenen aber auch ungeschriebenen Regeln konzentrieren. «Meine Vorgänger haben diesbezüglich schon sehr gute Arbeit geleistet, da werde ich nicht zwanghaft etwas umkrempeln.»

Freude an der Diskussion

Der Austausch von Meinungen und die Diskussion sind Dinge, die der gebürtigen Netstalerin schon immer an der Politik gefallen haben. Das habe sie auch gleich bei der FDP Netstal gespürt, als sie vor rund 20 Jahren an eine Sitzung eingeladen wurde. Schnell wurde sie dann in den Vorstand gewählt, engagierte sich bei den Jungfreisinnigen und wurde einige Jahre später die Geschäftsführerin der Kantonalpartei. In den Landrat kam sie als Ersatz für Rico Bertini 2008, ins Büro wurde sie dann 2012 gewählt. Neben der Diskussion gefällt Elmer Feuz zudem, dass man aktiv an der Zukunft des Kantons mitwirken kann. «Für eine junge Mutter hat das zudem eine grössere Bedeutung, da es hier direkt um die Zukunft meiner Kinder geht.» Ausserdem geht es der Umweltwissenschaftlerin darum, etwas zurückzugeben. «Ich konnte von einer guten Schulbildung und auch sonst von guten Rahmenbedingungen profitieren. Das soll auch für zukünftige Generationen so sein.»

Wirtschaft und Tourismus

Aus diesem Grund sieht sie in der Wirtschaft das grosse Thema für das Glarnerland in den kommenden Jahren. Die Schliessung der Electrolux oder der Tridonic haben auch sie schockiert. Die Industrie und das Gewerbe sei aber die Grundlage eines funktionierenden Kantons oder auch Staates. Hier müsse man auf die Wirtschaft hören und wo nötig die richtigen Leitplanken setzten. «Da stehe ich ganz im Zeichen der Liberalen.» Ein weiteres Thema sei für den Kanton Glarus zudem der Tourismus und die Natur. Auf der einen Seite sieht sie, dass mit den Raumplanungen der Gemeinden eine gute Grundlage für einen schonenden Umgang mit dem Boden geschaffen wurde. Aber auch beim Tourismus habe man die richtige Richtung eingeschlagen, aber wie es in der Politik häufig der Fall sei, brauche diese halt auch seine Zeit.