Das Buch der Bücher

Wissen Sie, welches das am meisten verbreitete Buch der Welt ist? Und auch am meisten Übersetzungen aufweist?




Es ist ein schöner, noch milder Spätsommerabend. Wir verbringen einen gemütlichen Abend mit Gästen. Die Diskussion am Tisch ist wie immer rege. Plötzlich aber herrscht Stille. Eine Frage von mir hat die Gespräche verstummen lassen.

Die Frage ist eigentlich gar nicht so kompliziert: Welches ist das am meisten verbreitete Buch der Welt? Ein Mann weiss es nach kurzem Überlegen: die Bibel. «Klar», sagen die andern, und die Gespräche gehen bald munter weiter.

Dabei bringen einen die Fakten zum Staunen. 2017 war nämlich ein Rekordjahr: Die Bibelgesellschaften haben weltweit 38,6 Millionen Bibeln verbreitet. Die meisten in Brasilien, gefolgt von China und den USA. Jede fünfte Bibel ist inzwischen ein digitaler Download. Und die Bibel ist nicht nur das am meisten verbreitete, sondern auch das am meisten übersetzte Buch.

Das Buch der Bücher wird von allen christlichen Kirchen als Grundlage ihres Glaubens anerkannt. Entstanden ist das «Wort Gottes» in einem Zeitraum von rund 1000 Jahren (850 vor Christus bis 150 nach Christus). Die Inhalte wurden über weite Strecken zunächst als mündliches Erzählgut überliefert und erst später aufgeschrieben.

Schon das erste gedruckte Buch der Welt war eine Bibel: die Gutenberg-Bibel von 1455. Heute ist sie rund 20 Millionen Euro wert. Die kleinste gedruckte Bibel ist so lang wie ein Streichholz: 4,5 cm lang, 3 cm breit, 2 cm dick. Sie wurde in England gedruckt und umfasst 878 Seiten. Die grösste wiederum wurde von einem Tischler aus Los Angeles in zwei Jahren aus Holz hergestellt. Jedes Blatt ist ein dünnes Holzbrett von einem Meter Höhe, in welches die Buchstaben eingeprägt sind. Sie umfasst 8048 Seiten mit einem Gewicht von 547 kg und einer Dicke von 2,5 Metern.

Natürlich befasst sich auch die Kunst mit dem epochalen Werk, von welchem zum Reformationsjubiläum diverse Sonderausgaben erschienen sind. Eine Skulptur kommt im November nach Glarus: Das «begehbare Buch» des Künstlers Josef Geier lädt ab dem 6. November auf dem Rathausplatz für einen Monat zum Verweilen, Nachdenken und zur Auseinandersetzung über die Bedeutung der Bibel während der Reformation sowie deren Auswirkungen bis in die heutige Zeit ein.

Natürlich sage ich dies unseren Gästen. Fazit: Wir freuen uns auf die künstlerische Umsetzung von Josef Geier und sind alle sehr gespannt.