Nach einer längeren Pause, anschliessend an das ausgezeichnete Spiel der Young Winds, stieg die Spannung im Saal merklich. Als sich die Tür öffnete, hielt das Publikum den Atem an. Im Takt der Schlagwerkrhythmen marschierten die frisch eingekleideten Mitglieder des Vereins mit stolz geschwellter Brust durch den vollbesetzten Saal auf die Bühne. Nachtblau, klassisch geschnitten und mit einem roten Gilet als Farbtupfer, kleidet die neue Uniform das Korps vorzüglich. Die zwei schmalen Streifen in rot und gelb am Kragenrand geben die Wappenfarben von Netstal wieder, der Dorfname ist sorgfältig am Ärmel eingestickt. Als Besonderheit findet sich auf jedem Uniformenknopf das Wappentier der Netstaler, der Widder.
Für die Beschaffung dieser Uniform hat die Harmoniemusik Netstal mit kreativen, teils ungewöhnlichen Ideen Geld gesammelt. Erinnert sei an das Oktoberfest vom vergangenen Jahr, an den Marschmusikmarathon quer durch Netstal oder an die Campingwirtschaft mit Biergarten am ESAF.
Unterhaltsames Konzertprogramm
Eingebettet wurde die Präsentation der neuen Uniform ins Jahreskonzert des Vereins. Der Beginn machte «Altavilla» von Salvatore Nogara, gefolgt von der Filmmusik von «Prince of Egypt», komponiert von Hans Zimmer. Ein besonders stimmiges Bild bot das Volkslied «Kein schöner Land». Register für Register erzählten die Musikantinnen und Musikanten von Sehnsucht, Heimat und Gemeinschaft, ein musikalischer Dialog, fein verwoben und warm im Klang.
Auch bei «A tribute to Edith Piaf» zeigte das Korps unter der Direktion von Hans-Ueli Landolt, was musikalisch und dynamisch möglich ist, wenn die Musikantinnen und Musikanten mit Herzblut und Freude spielen. Dies erwähnte auch Peter Aebli in seinen Begrüssungsworten und er schloss mit der Hoffnung, dass der Verein jugendlich bleibe und weiterhin mit viel Spass und Freude zusammen mit dem engagierten Dirigenten weiterarbeiten könne.
Ein überraschender Ausklang – mit einem Hauch Appenzell
Ganz zum Schluss wurde es schweizerisch, aber auf erfrischend andere Weise. Als Ausgleich zum intensiven Vereinsjahr hatte sich die Harmoniemusik Netstal auf eine Musikreise begeben. Es ging nach Herisau, wo sie Talerschwingen und Naturjodel ausprobierten. Was als Experiment begann, wurde schnell zur Begeisterung. Und diese Begeisterung trugen sie nun auf die Bühne. Mit ihrem frisch gelernten Zäuerli, unterstützt vom Lehrmeister, füllten sie den Saal mit warmen Jodelklängen, die direkt ins Herz trafen.
Durch den ganzen Abend führte sicher und charmant Rahila Lütschg, während Präsident Marcel Villiger die Gäste zu Beginn herzlich willkommen hiess und sich bei allen für die grosse Unterstützung bedankte.











