«Das Glarnerland ist geologisch einmalig»

An der 1.-August-Feier in Niederurnen blickte Geologe Mark Feldmann weit über die Gründungszeit der Schweiz zurück und zeigte Einmaligkeiten der Glarner Erdgeschichte auf. Er mahnte aber auch für die Zukunft.



Geologe Mark Feldmann an der 1.-August-Feier in Niederurnen (Bilder: jürg huber)
Geologe Mark Feldmann an der 1.-August-Feier in Niederurnen (Bilder: jürg huber)

Traditionell feiert Niederurnen die Bundesfeier am Vorabend des Nationalfeiertags am 31. Juli. Während normalerweise die Festredner auf die Gründungszeit der Schweiz oder auf Entstehung der Bundesverfassung blickten, schweifte der Blick von Geologe Mark Feldmann an diesem Abend vor dem Schulhaus Büel viel viel weiter. Denn das Glarnerland hat eine Einmaligkeit, von der wohl nur die wenigsten wussten. «Nur in den Grenzen unseres Kantons wird die Erdgeschichte lückenlos dargestellt.» Dazu gehören die ersten Fossilien allgemein und die ältesten Spuren von Dinosauriern. «Die Erde war in 4 Milliarden Jahren ständig in Bewegung.» Und dies habe dazu geführt, dass sich die Landschaften stark verändert haben. «Ursprünglich war das Glarnerland leicht südlich vom Äquator.» Deshalb hätten die Kritiker für die Gründe des aktuellen Klimawandels zwar schon recht, dass es ähnliche oder stärkere Veränderungen schon immer gegeben hat. «Bei all diesen Veränderungen gab es den Menschen aber noch nicht.» Denn während des Planeten wohl so gut wie jeden Wandel überstehen können, gelte das für den Menschen nur sehr bedingt. «Ab einer bestimmten Durchschnittstemperatur, wahrscheinlich ab 40 Grad, wird es für den menschlichen Körper einfach sehr sehr schwer.» Gerade in einem Bergkanton sei der grundsätzliche Anstieg der Temperatur wichtig. Im Kalk-Gebirge, aus dem die Alpen bestehen, wird es im Innern ständig kälter.» Dadurch kann es schon nach vier Metern von der Oberfläche weg zu natürlichen Eiskammern kommen. Wird die Aussentemperatur höher beginnen immer mehr dieser Kammern zu schmelzen und das Wasser fliesst im Berginnern ab. «Mit diesen Bewegungen kann es so vermehrt zu Bergstürzen und Erdrutschen kommen.» Und dies teilweise weit weit weg, von dem Ort, an dem das Wasser geschmolzen ist. Welche Distanzen das Wasser unterirdisch zurücklegen kann, zeigte Feldmann am Beispiel von Bad Ragaz. Das Wasser dieser Quellen war ursprünglich Regenwasser, das in Linthal in den Boden sickerte. Da dieses Wasser durch das Grundgebirge fliesst, kommt es in Graubünden mit einer Temperatur von 65 Grad aus dem Boden. «Im Gegensatz zum Kalkgebirge wird es im Grundgebirge eben wärmer je weiter rein man geht.»
Bei dem wortörtlichen Globalen Phänomen «Klimaerwärmung» sei laut Feldmann auch eine weltweite Massnahme der gesamten und lückenlosen Menschheit gefordert.

Umrahmt wurde der Anlass musikalisch durch die Harmoniemusik Niederurnen-Ziegelbrücke und kulinarisch durch den Verkehrsverein Niederurnen.