Das Glück kommt zu denen, die lachen

Immer wieder mit neuen Ideen überrascht der Buchverlag Baeschlin und der Verein «kulturzyt» ihre Leserschaft. «Ein unvergesslicher Abend mit unkalkulierbaren Nachwirkungen auf die Lachmuskeln», lautete die vielsagende Affiche für ein Humorbuchtreffen mit Niccel Steinberger, Ehefrau von Humorlegende Emil Steinberger. Ein geselliger, unvergesslicher Abend mit dem Ziel, ein eigenes Humorbuch zu gestalten und zu kreieren.



Humor kann besonderes in einer Zeit der Globalisierung und des Pluralismus ein probates Mittel sein, Stimmungen und Meinungen zu reflektieren und zu relativieren. Mit Humor soll der tägliche Griesgram bekämpft werden. Lachen ist das geeignete Mittel dazu. «Wir sollten viel mehr lachen, auch wenn es uns manchmal nicht zum Lachen zumute ist», meint Niccel Steinberger, ausnehmend hübsche und charmante Ehefrau des unverwüstlichen «Emil», bekannt als Kultkomiker für alle Generationen. Obwohl uns das Lachen bereits in die Krippe gelegt wurde, stellen heutzutage immer mehr Menschen fest, dass sie im Alltag zu wenig Gelegenheit für fröhliches, entspannendes und regelmässiges Lachen haben. Die rheinische Frohnatur Niccel hat eine sensationelle Lösung, Menschen wieder auf die Spur der Fröhlichkeit und des Lachens zurückzubringen. Sie macht das auf vielseitige und äusserst kreative Art, indem sie sogenannte «LachsemiNarre» organisiert. In diesen geht es nicht darum, Menschen das Lachen beizubringen. Das können wir bereits nach wenigen Monaten. Ihr Anliegen ist, die Teilnehmer auf vielfältige Art und Weise zum Lachen zu verführen und ihnen kleine Werkzeuge in die Hand zu geben, mit denen aufs Eis gelegter Humor und das Lachen wieder im Alltag und Berufsleben aktiviert werden.

Lachen ist die beste Medizin

Beim Lachen werden verspannte Muskeln gelockert und der Körper mit Sauerstoff geflutet. Nach intensivem Lachen gelangt der Körper in eine Entspannungsphase. In dieser wird der Kreislauf heruntergefahren. Der Körper baut dadurch Stresshormone ab und fühlt sich befreit und entspannt an. Bei der rhythmischen Bewegung des Zwerchfells kommen ausserdem Leber, Galle, Milz und der Magen-Darm-Bereich in Schwung. Die Verdauung wird gefördert und dass wir beim Lachen tiefer und schneller atmen als sonst, ist gut für die Lungenfunktion. Lachen hat insgesamt also tatsächlich einen Einfluss auf unsere Gesundheit und eine positive Lebenseinstellung. Das hat auch einen gesellschaftlichen Effekt: Man lacht eher weniger allein, sondern lieber zu zweit oder in einer Gruppe. Kindern gelingt das übrigens besser als Erwachsenen. Sie lachen ca. 400-mal am Tag, Erwachsene nur 15-mal.

Ein eigenes Humorbuch

Im Zentrum des Humorbuchtreffens in der Mensa der Kantonsschule in Glarus stand die Gestaltung eines eigenen Humorbuchs. Im Buch von Niccel mit dem Titel «Mein Humorbuch» sind Kreativität und Ideen gefragt. Dazu findet man auf jeder zweiten Seite eine Anregung, was man im Humorbuch alles eintragen, einkleben und zeichnen kann. Um allen den Einstieg zu erleichtern, erhielten die Teilnehmer Klebstoff, Stift und Schere. Auf einem langen Tisch lag ein wirrer Haufen voll mit Zeitungsausschnitten, Sprüchen, Cartoons und Fotos, die dazu dienten, die ersten Seiten im persönlichen Humorbuch zu gestalten. In diesen Haufen konnten Teilnehmer wühlen, bis sie etwas gefunden hatten, was dem eigenen Humor entsprach. Es wurde geklebt, geschrieben, geschnitten und fotografiert. Und ganz wichtig, fröhlich gelacht, geschwatzt und gewitzelt, ganz nach dem Gusto von Workshop-Leiterin Niccel. Nimmt man dieses Buch, welches über die Jahre hin gefüllt wurde, später wieder einmal hervor und blättert darin, kann es durchaus passieren, dass dieses unvermittelt ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert und den Leser oder die Leserin in fröhliche Stimmung versetzt. Jedenfalls möchte «Emil» nicht mehr auf das Humorbuch seiner Frau verzichten.