Bereits im Vorfeld traf, wer durch Glarus wanderten, spazierte oder einfach ging, auf die ersten Anzeichen der Skulptura 09. An jeder Ecke des Kantonshauptortes befand sich plötzlich ein Kunstwerk, ein Gebilde aus Stahl oder Eisen, aus Holz, oder einem anderen Material.
Auch die dritte Durchführung der Skulptura nimmt die Skulpturen diverser Künstler aus dem kühlen Museumsraum direkt in den Lebensraum der Menschen; auf Strassen und Plätze aber auch in die Kirche und sogar in Geschäfte. Sie macht die Werke so allen zugänglich, die sonst den Weg in ein Kunsthaus eher scheuen. Manch einer Begegnet einer Skulptur ohne darauf gefasst zu sein, uns setzt sich so unvermittelt mit dem Werk auseinander. Wie Stadtpräsidentin Andrea Trümpy an der Eröffnungsfeier sagte: „Kunst gefällt, oder sie gefällt eben nicht!“ Das ist einfach. Instinktiv weiss jeder in Sekunden, ob ihn ein Kunstwerk anspricht oder nicht. Aber zu sagen, was ihm daran genau gefällt – oder eben nicht-, das ist oftmals schwierig, eröffnet jedoch den Zugang zum Werk, führt zu einer Auseinandersetzung mit dem Objekt aber auch mit seiner eigenen Persönlichkeit. Jedes Werk ist somit „ein Denkanstoss“, ohne dass es gleich provozieren muss.
Emotionen in der Stadtkirche
Das Interesse der Glarner Bevölkerung war jedoch am letzten Samstag sehr gross, als in der Stadtkirche – in der ebenfalls mehrere Objekte stehen – die dritte Ausführung der Skulptura eröffnet wurde. Nur wenige Plätze waren im Kirchenschiff noch frei, als Daniel Dobler, Mitglied des OK’s, die Gäste aber auch die zahlreich erschienenen Künstler begrüsste. Stadtpräsidentin Trümpy zeigte sich sehr dankbar, dass Glarus wiederum die Möglichkeit hat, diese Veranstaltung durchführen zu können. Ausserdem bedankte sie sich beim Begründer der Skulptura und unermüdlichen Schaffer Werner Dobler für seine Idee und sein schier grenzenloses Engagement. Sichtlich gerührt und überwältigt konnte Dobler seine geplante Rede nicht halten, so dass Trümpy für ihn den Dank an alle Helfer, Künstler und Sponsoren überbrachte.
HipHop im Kunsthaus
Als eine Art Prolog fand bereits am Vorabend eine kleine Feier im Kunsthaus statt. Bei Polenta und einem kühlen Getränk fanden Kunstinteressierte und Künstler zusammen, diskutierten und plauderten. Daneben sorgten Bands der Modern Music School für Unterhaltung. „Ältere Semester“ lauschten dort HipHop oder Punk, dafür nahm die Jugend einen Augenschein auf die Skulpturen und kamen so in den Kontakt mit der bildnerischen Kunst.
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