Das Osterfest

Ostern ist das wichtigste Fest der Christenheit und kann wegen der aktuellen Corona-Pandemie nicht in den Kirchen gemeinsam gefeiert werden. Das Weihnachtsfest symbolisiert zwar die Geburt Jesu Christi, aber Ostern steht für die Wiederauferstehung, die Vergebung der Sünden und das ewige Leben.



Das Osterfest markiert das Ende der Fastenzeit, welche am Aschermittwoch beginnt; die Ursprünge für das christliche Osterfest liegen im jüdischen Pessach- oder Passah-Fest. Passah erinnert an den Exodus, den Auszug der Israeliten aus Ägypten; das letzte Abendmahl, die Kreuzigung und Wiederauferstehung fanden während des jüdischen Passahs statt und sind dadurch mit dem christlichen Ostern verbunden. Auch viele Symbole des Passah, wie ungesäuertes Brot und das Osterlamm, haben ihren Weg in den christlichen Feiertag gefunden.

Ursprung des Osterfests

Allerdings ist Ostern keine eigentliche christliche Erfindung. Ostern als Frühlingsfest geht auf Ostara zurück, ein heidnisches Fest. Dieses wurde jedes Jahr zur Frühlingstagundnachtgleiche zu Ehren verschiedener Fruchtbarkeitsgöttinnen in ganz Europa gefeiert. Die vorchristlichen (und vorindustriellen) Religionen orientierten sich am Zyklus der Jahreszeiten, welche für Ackerbau und Viehzucht massgeblich waren. Ostara markierte den Beginn des Frühlings – der Winter war vorbei, die Tage wurden wieder länger und vor allem begann die Aussaat auf den Feldern, was wiederum neues Leben und Fruchtbarkeit hervorbrachte. Das Wort «Ostara» selbst geht anscheinend auf den Namen Eostre zurück, eine angelsächsische Frühlingsgöttin. Bei der Konvertierung der Heiden in den ersten paar Jahrhunderten unserer Zeitrechnung machte sich die Kirche unter Umständen die bereits existierenden heidnischen Festtage zunutze. Anstatt ihren eigenen Kalender mit den diversen Kirchenfeiertagen durchzusetzen, wandelte die Kirche schon vorhandene heidnische Feiertage in christliche Feiertage um. Da Ostara und die Karwoche zeitlich so dicht zusammenfielen, wurde dieses Frühlingsfest einfach inkorporiert und das Wort «Ostara» wurde dann irgendwann zu «Ostern». 

Wann findet Ostern statt?

Bis zum Anfang des 4. Jahrhunderts gab es keine einheitliche kirchenweite Regelung, an welchem Tag genau Ostern zu feiern ist. Das jüdische Pessach-Fest dauert sieben bzw. acht Tage; zwischen der Kreuzigung und Wiederauferstehung Christi vergingen aber nur drei Tage. Je nachdem, wie Bischöfe und Äbte es festlegten, wurde die Wiederauferstehung eben am Freitag, Sonntag oder Samstag gefeiert. Erst das Konzil von Nicäa 325 legte fest, wie sich das Datum berechnet: Ostersonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlingstagundnachtgleiche am 21. März. Von diesem Datum leitet sich dann dementsprechend ab, wann die Karwoche stattfindet und wann die Fastenzeit beginnt – 40 Tage vor Ostersonntag. Die orthodoxe Kirche benutzt jedoch noch den julianischen Kalender; hier ist der Stichtag zur Berechnung der 3. April.