Gleich mehrmals wurde das Glarner Stimmvolk im Jahr 2010 an die Urne aufgefordert. Der Anfang machte dabei die Gesamterneuerungswahl des Regierungsrates. Nach dem Rücktritt von Jakob Kamm (SP) war klar, dass mindestens ein Neuer Einsitz in die Glarner Exekutive haben wird.
Ruhige Wahl
Die übrigen vier Regierungsräte (Marianne Dürst, Röbi Marti, Rolf Widmer und Andrea Bettiga) stellten sich zur Wiederwahl. Die SP wollte mit Christine Bickel ihren Sitz verteidigen. Alles deutete lange auf eine äusserst ruhige Wahl hin, bis Dirk van Vliet sich als «wilder» Kandidat zur Wahl stellte. Der Ausgang war aber wenig überraschend, alle vier Bisherigen wurden bestätig und auch Bickel setzte sich klar durch. Sie übernahm Bildung und Kultur von ihrem Vorgänger Jakob Kamm. Zum ersten Mal sind nun aber zwei Frauen in der Glarner Regierung vertreten.
Das Parlament steht, Gemeinderat auch wieder
Gleichzeitig wurden in Glarus Nord die Personen für das Gemeindeparlament gesucht. Wahlsieger war mit neun Sitzen die SVP. Mit den Fraktionen zeigt sich das Parlament jedoch ausgeglichen: SVP neun Sitze, SP/JUSO/Grüne acht Sitze, CVP/CSP acht Sitze, FDP fünf Sitze und die BDP deren vier. Zum ersten Parlamentspräsident wurde Bruno Gallati (CVP) mit Landammannmehr gewählt. Lange konnte er aber sein Amt nicht ausüben. Denn nach dem Rücktritt von Beat Noser stellte er sich zur Wahl in den Gemeinderat von Glarus Nord. Bereits im ersten Wahlgang mit den meisten Stimmen, siegte Gallati in der zweiten Runde vor dem eher überraschend starken Marc Ziltener (SVP) und Ann-Kristin Peterson (Grüne). Auch in Glarus musste eine Vakanz im Gemeinderat gefüllt werden. Nach dem Hinschied von Sigi Spiller wurde Christian Büttiker (SP) in dieses Gremium gewählt.
Geschichtsträchtige Landratswahl
Am meisten zu Reden gaben ganz sicher die Landratswahlen. Zum ersten Mal wurde der auf 60 Sitze verkleinerte Landrat gewählt und dies zum ersten Mal in den neuen grossen Wahlkreisen Glarus Süd, Glarus und Glarus Nord. Die grössten Gewinner waren SVP, BDP und die Grünen, die Verlierer FDP und CVP. Wirklich brisant wurde die Wahl aber erst, als in Glarus Nord in zwei Fällen Beschwerde wegen Wahlmanipulation eingereicht wurden. Betroffen waren namentlich der gewählte Sigi Noser (SVP) und der nicht gewählte Osman Sadiku (SP). Mehrere Stimmzettel wiesen dabei sehr ähnliche Schriftbilder auf. Sigi Noser wurde zuerst nicht zur Vereidigung zugelassen, ein Landrat der SVP und eine Landrätin der SP wurden nur unter Vorbehalt vereidigt. Nachdem die Klagen abgewiesen wurden, sollte auch Sigi Noser unter Vorbehalt vereidigt werden. Darauf verzichtete dieser bisher. Die ganze Geschichte dürfte auch im kommenden Jahr noch einigen Gesprächsstoff liefern.
Grosser Besuch
Neben dem ganzen Wahlkampf statteten einige grosse Politiker dem Glarnerland einen Besuch ab. Die SVP hielt ihre nationale Delegiertenversammlung in Näfels ab und ihr Bundesrat Ueli Mauerer war Gast an der Landsgemeinde. Bundespräsidentin Doris Leuthard besuchte Schwanden und Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf sprach in Ennenda zur Ausschaffungsinitiative. Eine Stippvisite bei der Sportschule Glarnerland machte Nationalratspräsidentin Pascal Bruderer.
SVP Schweiz tagte im Glarnerland



