Das (Wahl)-Rennen ist noch völlig offen

An einem Podiumsgespräch vom vergangenen Donnerstag stellten sich die vier Kandidaten für die Ersatzwahl in den Regierungsrat in der Aula der Kantonsschule Glarus den Fragen von Gesprächsleiter Fridolin Hauser. Jeder der Kandidaten zeigte sich dabei von der besten Seite - das Rennen bleibt nach wie vor spannend und scheint offen zu sein.



Franz Landolt und Heinz Hürzeler (Bild: ehuber) Wer wird sein Nachfolger? Pankraz Freitag als interessierter Zuschauer (Bild: ehuber) Die Aula in der Kantoi Glarus war am Podiumsanlass gut gefüllt (Bild: ehuber)
Franz Landolt und Heinz Hürzeler (Bild: ehuber) Wer wird sein Nachfolger? Pankraz Freitag als interessierter Zuschauer (Bild: ehuber) Die Aula in der Kantoi Glarus war am Podiumsanlass gut gefüllt (Bild: ehuber)

Nach der gewohnten Vorstellungsrunde in der sich jeder der vier Kandidaten, Andrea Bettiga (FDP), Werner Hösli (SVP), Heinz Hürzeler (EDU) und Franz Landolt (unabhängig), dem Publikum kurz vorstellen konnte, startete der Gesprächsleiter mit den Fragen.


Warum eine Kandidatur in den Regierungsrat?


Als erster Kandidat antwortete Franz Landolt, der bei dieser Gelegenheit darauf hinwies, dass er sich nicht als parteiloser sondern als unabhängiger Kandidat für den offenen Regierungsratsitz bewerbe. „Ich bin sehr jung in die Politik gekommen und habe bereits damals festgestellt, dass man mit Politik viel erreichen kann.“ Dank meiner grossen Erfahrung, so Landolt weiter, glaube er, dass er den nötigen Schwung für dieses Amt mitbringe. „Meine Motivation“ betonte Heinz Hürzeler, „ ist die Dankbarkeit gegenüber der Gesellschaft, die mir in der Vergangenheit viel gegeben hat". Er könne sich durchaus vorstellen, dass er das Salz in der Suppe sein könnte. Auch der nächste Kandidat, Werner Hösli, ist schon lange in der Politik tätig. „Mein Ziel und meine Freude ist es, Lösungen zu suchen, im Interesse und zum Wohl der Bevölkerung“. Er ist überzeugt, dass er die notwendige Erfahrung für dieses anspruchsvolle Amt vorweisen kann. Als letzter der ersten Runde betonte Andrea Bettiga, dass ihm die Zukunft des Glarnerlandes sehr am Herzen liege. „Ich konnte in den vielen Jahren in der Privatwirtschaft meinen Rucksack an Wissen füllen und bin nun topmotiviert, diese neue Herausforderung anzunehmen“. Er werde gerne seine Erfahrung zum Wohle des Glarnerlandes und der Bevölkerung einsetzen.


Welches Departement?


Bei dieser Frage zeigte sich relativ schnell, dass das Departement des scheidenden Regierungsrates Pankraz Freitag, Bau und Umwelt, sehr begehrt ist. Vor allem die beiden Kandidaten Landolt und Hürzeler würden sich zutrauen, aufgrund ihrer beruflichen Kenntnisse, dieses Departement zu führen. Hösli zeigte keine gezielten Ansprüche und war der Meinung, dass man das Fell des Bären nicht schon vor dem Erlegen verteilen sollte. Er stelle, so Bettiga, keine Präferenzen und es würde ihm auch nicht anstehen, ein Ressort einzufordern. In diesem Zusammenhang stellte der Gesprächsleiter fest, dass die Ressortverteilung im Regierungsrat klar festgelegt ist. Als erster kann der Amtsälteste und anschliessend die weiteren bisherigen Regierungsräte ihre Wünsche anmelden. Der Neugewählte muss am Schluss nehmen, was übrig bleibt.


Verändern und verbessern?


Nach Meinung von Hürzeler fehlt dem bestehenden Regierungsrat ein wenig die Entscheidungsfreudigkeit und die einzelnen Probleme sollten speditiver angepackt werden. Nach seiner Meinung sollte man in Bern vorstellig werden, um die Alternativenergie im Kanton Glarus zu fördern. Hösli ist der Meinung, dass ab und zu etwas mehr Führung in der Regierung nicht schaden würde. Ein Problem sieht er dabei aber im Zeitdruck, in der die Vorlagen bearbeitet werden müssen. Wie er weiter erklärte, sind zur Zeit viele Themen aufgegleist und es sind viele Änderungen im Fluss. Bettiga äusserte sich klar, dass es ihm Fern liege und nicht anstehe, die Leistungen des bisherigen Regierungsrates zu kritisieren. Sein Ziel ist es, gleich gut oder sogar noch besser zu arbeiten. Er würde sich für einen modernen Kanton einsetzen, in dem die einzelnen Projekte schneller umgesetzt werden. Landolt hält die Leistung des bisherigen Regierungrates für sehr gut und er könnte sich vorstellen, gut in dieses Team zu passen. Für ihn ist die Situation klar: Der Kanton Glarus braucht Aufschwung und dazu müssen entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.


Wünsche der Kandidaten


Hier reichte der Wunschzettel von einer schnellen und reibungslosen Umsetzung der Gemeindestruktur 2011, bis hin zu einer besseren Lösung der Steuern, um im harten Steuerwettbewerb zu bestehen. Weiter sollte die Wirtschaftsförderung bestrebt sein, Schliessungen von Firmen im Glarnerland zu verhindern, parallel dazu aber auch neue, innovative Firmen ins Glarnerland zu holen. Förderung des Tourismus im Glarnerland, mit der Schaffung neuer Hotels, oder auch die Verkehrserschliessung über Glarus hinaus waren klar formulierte Wünsche der vier Kandidaten. Hier sei ein konstruktiver Dialog Voraussetzung, um diese wichtigen Ziele zu erreichen, meint Andrea Bettiga. Für Hösli hingegen wird der Faktor Sicherheit der Energieversorgung in naher Zukunft eine entscheidende Rolle spielen.

In der anschliessenden Diskussionsrunde hatten die vier Kandidaten Gelegenheit die verschiedenen Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Im Vordergrund standen hier die Fragen zur Wirtschaftslage im Glarnerland, zum Umweltschutzes aber auch zur Steuerliberalisierung.

Das Podium, organisiert von der Glarnerischen Staatsbürgerlichen Gesellschaft, wurde gewohnt souverän von Fridolin Hauser geleitet. Ab und an konnte dabei sogar der Eindruck entstehen, er trete als fünfter Kandidat in den Wahlkamp ein. Sehr engagiert beantwortete er von Zeit zu Zeit seine Fragen an die Kandidaten bereits selbst.