Deine unbekannten Nachbarn – das Volk der Jenischen und die Sinti

Fecker und Korber, Fahrende oder Zigeuner werden sie genannt. Viele von uns wissen nur wenig über sie. Bis heute sind die Vorurteile gegenüber der jenischen Minderheit in der Schweiz weit verbreitet. Eine kleine, anschauliche Ausstellung der «Radgenossenschaft der Landstrasse» gibt Einblick in die Realität der Schweizer Jenischen und Sinti, die jahrzehntelang verfolgt wurden und räumt mit Vorurteilen auf. An der Vernissage stellen sie sich zum Gespräch.




35 000 Jenische und Sinti leben nach einer Schätzung des Bundes in der Schweiz, so viele also wie die Bevölkerung eines kleinen Kantons. Ein kleiner Teil von ihnen zieht noch im Wohnwagen dem Hausiergewerbe nach, die Mehrheit aber ist sesshaft, arbeitet in Dienstleistungsbetrieben, auf dem Bau, in der Industrie, in der Kreativwirtschaft. Auch in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und in anderen europäischen Ländern leben Jenische. Sie sind international miteinander vernetzt. In der Schweiz werden die Jenischen und Sinti seit Dezember 2016 als nationale Minderheit mit ihren Selbstbezeichnungen anerkannt.

Das Anna-Göldi-Museum zeigt die Ausstellung über das Leben und die Kultur der Jenischen und Sinti in der Schweiz vom 9. August bis 8. September 2019. Die lebensgrossen Bilder der Ausstellung veranschaulichen, wer diese Menschen sind, was sie tun und als was sie sich verstehen: als Jenische, Sinti und auch Roma. Die Figurengruppen treffen den besonderen Charme des jenisch-sintischen Lebens. An der Vernissage sind direkte Begegnungen möglich.

Vernissage: Freitag, 9. August 2019, 19 Uhr
Mit dem Präsidenten der Radgenossenschaft Daniel Huber und dem Schriftsteller Willi Wottreng und jenischer Musik
Anna-Göldi-Museum, Fabrikstrasse 9, 8755 Ennenda (Fussweg 12 Minuten ab Bahnhof Glarus)