Den Nachwuchs im Skitourenrennsport fördern

Die SAC-Sektionen Davos, Prättigau und Tödi gründen unter dem Patronat des Ressorts Wettkampfsport SAC das erste Schweizer Regionalzentrum im Skitourenrennsport. Ziel ist es, junge Skitourenrennsportler in der Ost- und Zentralschweiz zu entdecken und zu fördern.




Der Skitourenrennsport ist im Gegensatz zu Frankreich und Italien eine Randsportart in der Schweiz. Aber eine, die boomt. Das zeigt das steigende Interesse von Jugendlichen an dieser Sportart. Einige Sektionen des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) bieten bereits Renn- und Trainingsgruppen an. Nun geht die Ostschweiz einen Schritt weiter und führt ein gemeinsames Kadergefäss für Jugendliche im Alter von 14 bis 23 Jahren ein, in welchem talentierte Athleten nach den Richtlinien des SAC-Nachwuchs-Konzepts gefördert werden. Ziel ist es, Jungsportler gezielt an das internationale Niveau heranzuführen. Ebenso sollen sie sich auf nationaler Ebene mit den besten Athleten aus anderen Regionen messen können. Die Gründungsversammlung des «Regionalzentrums Ost Skitourenrennen» fand am vergangenen Wochenende in Murg statt. Alle Sektionen des Einzugsgebietes sind damit automatisch Passivmitglieder dieses Zweckverbandes. Sektionen,die einen Beitrag zahlen, sind Aktivmitglieder und haben Stimmrecht.

Ein Meilenstein


Bernhard Hug, Disziplinenchef Skitourenrennen im SAC, bezeichnet die Gründung des ersten Schweizer Regionalzentrums Skitourenrennen als Meilenstein der Nachwuchsförderung im Skitourenrennsport. Auf das Regionalzentrum Ost sollen, gemäss Hug, weitere in der Romandie und in der Zentralschweiz folgen. Skitourenrennen sind seit 1997 im Bereich Wettkampfsport im SAC integriert. Der SAC rekrutiert die Nationalmannschaft, koordiniert die Schiedsrichterausbildung und organisiert jährlich den Swiss-Cup und die Schweizer Meisterschaften. Die Schweizer Nationalmannschaft, das SAC-Swiss-Team, gehört zu den Besten der Welt.

Eine trendige Sportart

«Die Regionalzentren sollen jungen Athleten nicht nur als Sprungbrett in die Nati dienen», so Hug, «sondern vor allem auch Quereinsteigern wie Läufern, Mountainbikern oder Alpinskifahrern diese trendige Sportart näherbringen.» Junge Sportler profitieren von einem professionellem Trainingsbetrieb, internem Austausch und der Unterstützung an den Wettkämpfen. Zum Jahresprogramm gehören unter anderem Materialchecks, spezifische Abfahrtstrainings und eine Standortbestimmung vor und Ende Saison. Nebst Vereinspräsident André Müller (Sektion Prättigau) sind Daniel Bühlmann (Sektion Davos) und Martin Baumgartner (Sektion Tödi) in den Vorstand gewählt. Zum Trainerstab gehören Georg Flütsch, Rico Elmer und Jürg Florin.

Acht Jungsportler zählt das Regionalzentrum Ost bei seiner Gründung. Zwei sind bereits im Kader der Nationalmannschaft: Jana Müller (17) aus Küblis, WM-Bronze im Sprint und WM-Silber in der Staffel, und Armin Jägli (17) aus Fideris, Sieger Arflina-Lauf und Dritter beim Flumser NightAttack. Mariano Zanetti (18) aus Poschiavo, Mirco Lietha (17) aus Fideris und Micha Steiner (19) aus Samedan standen ebenfalls auf dem Podest verschiedener Swiss-Cup-Rennen. Livia Egli (15) aus Küblis wechselt vom alpinen Skirennsport auf Skitourenrennen. Larissa Weber (18) aus Altendorf, die ihre Maturaarbeit über den Skitourenrennsport verfasst hat, ist momentan die einzige Zentralschweizerin.