Zahlreiche Blumensträusse, Selbstgebasteltes oder –gekochtes stehen an diesem Sonntag für viele Frauen im Glarnerland aber auch auf der ganzen Welt bereit. Denn am Muttertag bedankt sich die Familie für die unzähligen Arbeiten, das Zuhören, das Aufmuntern und Mitgefühl der Mutter.
Auch in der heutigen Zeit, in der die starren Rollenbilder mehr und mehr vermischt und aufgeweicht werden, hat dieser Tag eine grosse Bedeutung. Und viele Frauen geniessen den einen Tag an dem sie „bemuttert“ werden. Doch woher stammt dieser Tag? Wie alt ist er?
Ein sehr junger Feiertag
Bereits in der Antike hatten Mütter einen grossen Stellenwert und die Frau von Zeus Hera war für ihren Schutz zuständig. Einen ersten Muttertag gab es jedoch erst im 13. Jahrhundert in England. Der Mothering Day. Dabei bezog sich der Begriff Mutter jedoch noch auf die „Mutter Kirche“ und nicht auf die Frauen. Der Tag sollte die teilweise zerstreuten Familien in der Kirche zusammenbringen.
Im Jahr 1907 griff Anna Jarvis aus Philadelphia die Idee eines Tages der Mutter zu danken auf und startete einen Werbefeldzug für einen offiziellen Muttertag. Einem Ansuchen, dem der US Präsident Woodrow Wilson am 8. Mai 1914 stattgab. Der Muttertag sollte jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai gefeiert werden.
Nach dem ersten Weltkrieg setzte sich der Brauch auch auf dem europäischen Festland durch. Zwar wird an diesem Tag die Mutter in den Mittelpunkt gestellt, oft aber leider nur an diesem einen Tag im Jahr.
Ein Tag für ein ganzes Jahr Einsatz
In den Anfängen des Muttertages war es Brauch, an diesem Tag zu Ehren der Mütter eine farbige Nelke zu tragen. Später setzte sich auch das Versenden von Muttertagskarten oder das Übergeben von persönlichen Geschenken durch. Erst im Jahre 1917, noch während dem ersten Weltkrieg fand der Muttertag in der Schweiz Eingang. Wenige Jahre später wurde dieser „Dankestag“ vom Blumenhandel entdeckt und spätestens dann gewann der kommerzielle Aspekt die Oberhand. Auch politisch wurde dieser Tag immer wieder für propagandistische Zwecke missbraucht. Vielmals wurde dabei auch vergessen um was es sich bei diesem speziellen Tag eigentlich handelt.
Auch Kritik am Muttertag
Heute wird vielerorts auch nicht mit Kritik am Muttertag gespart. Diesen Tag aber zu ignorieren oder nicht zu begehen, das kann man sich aber kaum mehr vorstellen. Oftmals ist der Muttertag zu einer konsumierbaren Pflichtveranstaltung mit Geschenken verkommen. Auch wird dieser Tag oft missbraucht um das schlechte Gewissen zu beruhigen, wenn der Mutter an den übrigen Tagen zu wenig Aufmerksamkeit, Zeit und auch Anerkennung entgegengebracht wird. Die meisten Mütter haben es verdient, auch während dem ganzen Jahr mit kleinen Aufmerksamkeiten oder mit einem von Herzen kommenden „Dankeschön“ belohnt zu werden. Einen Blumenstrauss oder ein gemeinsames Essen an einem Tag im Jahr scheint doch etwas gar wenig für die grosse Leistung der Mütter zu sein. Und doch freut sich bestimmt jede Mutter darüber, dass die Kinder sie an diesem speziellen Tag „verwöhnen“.
In diesem Sinne wünschen wir allen Leser/-innen einen schönen Muttertag und den Müttern einen wunderschönen Tag mit der Familie, ohne Arbeit und Stress.




