Hinter den sieben Bergen, hoch über dem Glarnerland liegt das Königreich Pralinonien, regiert vom ebenso gütigen wie schläfrigen König Tröimibus. Aus Anlass des 18. Geburtstages seiner Tochter Prinzessin Gloria beehrt die adlige Verwandtschaft das kleine Reich: Onkel Hubert von Toblerone mit Gattin Klarabella, Tante Herta-Maria von Läderach, Tante Lukrezia von Milka und nicht zuletzt Grossvater Theophil zu Lindor. Während Küchenmeister Rafaello für das Geburtstagskind nach langem Überlegen eine – Schokoladentorte kreiert, verliert Gloria im Spiel mit den Hofdamen Kägi und Fret ihren goldenen Ball im Brunnen und ein liebenswürdiger Frosch holt ihn aus den Tiefen hervor. Sie verspricht ihm dafür mit hinter dem Rücken gekreuzten Fingern, von ihrem eigenen Teller essen, aus ihrer Tasse trinken und in ihrem Himmelbett schlafen zu dürfen. Es kommt, wie es kommen muss – wenn auch eher gegen den Willen der Prinzessin: Nicht ganz jugendfrei stiehlt der Frosch dem Mädchen einen Kuss, wird dadurch wieder in seine ursprüngliche Prinzengestalt zurückverwandelt und ehelicht die Prinzessin mit dem Segen der gesamten süssen Verwandtschaft.
Der Frosch ist eine Königin
Obwohl die Aufführung der Bruuwalder Spiellüt wie immer nicht nur hochprofessionell, sondern auch kurzweilig war und von witzigen Dialogen und farbenfrohen Kostümen nur so schillerte, waren der Schreibende wie weitere Zuschauer, die unvorsichtigerweise vor dem Theater nichts zu sich genommen hatten, dankbar für die Pause und vor allem für die vom Hotel Cristal offerierten Leckerbissen angesichts der geballten Ladung an Süssem, das da auf der Bühne dargeboten wurde.
Ursi Kessler, die zusammen mit Ueli Oester, der auch den überzeugenden Küchenchef Rafaello gab, Regie führte, brachte es auf den Punkt: Was für ein Glücksfall, in einem so kleinen Dorf wie Braunwald eine so grosse Anzahl ebenso begeisterter wie begabter Schauspieler zu finden! Wobei es den treuen Besuchern, die auch dieses Jahr eine der vier Aufführungen in der zum gemütlichen Kleintheater umgestalteten Mehrzweckhalle genossen, klar ist, dass es vor allem an ebendieser Regisseurin lag, das grosse Potenzial in den Spielenden beinahe jeden Alters, die dem «Froschkönig» Leben einhauchten, hervorzuholen und zum Blühen zu bringen. Dass der Froschkönig dabei eine Königin war, lag nicht an einer gendergerechten Quote, sondern wohl eher an der Überrepräsentierung des schönen Geschlechts beim Spiel und tat der Qualität des Dargebotenen keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Alina Tschäppät bezauberte mit ihrem Berner Oberländer Dialekt die Zuschauer ebenso sehr wie das unter der Katzengrippe leidende Sydepfötli, mit feliner Geschmeidigkeit und ebensolchem Selbstbewusstsein verkörpert von Mona Vogel. Wir begeben uns hier auf gefährliches Gebiet, denn jeder der talentierten Schauspieler hätte es verdient, mit Namen genannt zu werden – doch würde dies den Rahmen dieser Zeilen bei Weitem sprengen. Unser, das heisst der Zuschauenden, aufrichtiger Dank gilt deshalb uneingeschränkt jedem der begabten Mitwirkenden, ebenso wie Familie Pietzcker für die musikalische Begleitung, dem technischen Team, den hinter der Bühne und an den Kostümen Arbeitenden … Es waren gelungene Vorführungen, wie wir sie uns hoch über dem Alltag überheblicherweise angewöhnt haben in diesen feierlichen Tagen zwischen Weihnachten und Jahresende. Ganz herzlichen Dank allen Mitwirkenden und Sponsoren für das süsse Finale, das uns die Bruuwalder Spiellüt einmal mehr geschenkt haben!














