Der Glarner Wald erfüllt viele Funktionen

Rund 20 Personen beteiligten sich am vergangenen Samstag bei regnerischem Wetter an der von der Abteilung Wald und Naturgefahren organisierten Veranstaltung über den Glarner Wald in Oberurnen. Dabei erfuhren sie, dass der Glarner Wald mehrere wichtige Funktionen erfüllt.




Im Gemeindehaussaal in Oberurnen fand vorerst der theoretische Teil statt, bevor es in zwei Gruppen in die Waldungen von Glarus Nord ging. Die Abteilung Wald und Naturgefahren präsentierte mit Unterstützung der Gemeindeforstbetriebe mehrere Schautafeln, die die wichtigsten Funktionen des Waldes darstellten. Wie Kantonsoberförster Dani Rüegg erläuterte, prägt der Wald das Glarner Landschaftsbild und bedeckt 31 Prozent der Fläche des Kantons. Damit der Glarner Wald die von ihm erwarteten Leistungen nachhaltig erbringen kann, ist eine gezielte und kontinuierliche Planung der waldbaulichen Eingriffe notwendig. Die Planung und Ausführung der Massnahmen erfolgt durch die Abteilung Wald und Naturgefahren des Kantons und durch die Forstbetriebe der Gemeinden.

Ein Multitalent

Der Wald ist multifunktional. Er produziert den nachhaltig nutzbaren Rohstoff Holz, bietet der Bevölkerung Schutz vor Naturgefahren, ist wichtig für den Grund- und Trinkwasserschutz, ist in seiner biologischen Vielfalt Lebensraum von unzähligen Tier- und Pflanzenarten und schliesslich auch Erholungsraum für den Menschen. «Für diese vielen Funktionen müssen wir den Wald pflegen, lenken, unterstützen und manchmal auch in Ruhe lassen», so fuhr Rüegg fort. Für die Bewirtschaftung des Waldes sei eine detaillierte und auf die Waldfunktion ausgerichtete waldbauliche Beurteilung eine wichtige Grundlage. 86 Prozent des Glarner Waldes ist Eigentum der drei Glarner Gemeinden.

Wichtiger Schutzwald

Im Gebirgskanton Glarus kommt dem Wald durch dessen Schutz vor Naturgefahren eine besonders wichtige Bedeutung zu. Rund die Hälfte des Glarner Waldes, zirka 10 000 Hektaren, sind Schutzwald. Er schützt vor dem Anreissen von Lawinen ebenso wie vor Steinschlag, Rutschungen, Murgängen und reduziert auch die Hochwassergefahr. Damit er diese Aufgaben erfüllen kann, muss er gepflegt werden. Die Kosten übernehmen zur Hälfte der Bund, der Rest Kanton und Gemeinden. Aber im Zeitalter der roten Zahlen, wird auch hier zum Teil gespart. «Wir können es uns aber längerfristig nicht leisten, so viel Schutzwald dem Zerfall zu überlassen», erklärte der Kantonsoberförster, denn diese Waldpflege sei rund 20 Prozent günstiger als allfällige Verbauungen gegen Naturgefahren.

Waldreservate

An einer dritten Tafel wurde der Wald als Reservat vorgestellt. Hier unterscheidet man Naturwald- oder Sonderwaldreservate. Beim Naturwaldreservat lässt man der natürlichen Entwicklung ohne Eingriffe seinen Lauf. Beim Sonderwaldreservat wird mit dem Waldeigentümer eine vertragliche Vereinbarung auf 50 Jahre abgeschlossen mit dem Ziel, mit waldbaulichen Massnahmen die biologische Vielfalt zu fördern, zum Beispiel des Auerhuhns.

Nach diesem theoretischen Teil gings trotz regnerischem Wetter hinaus in den Wald. An drei verschiedenen Standorten erläuterten Ruedi Zimmermann und Andi Schärer vom Forst Glarus Nord und Christian Fournier vom Forst Glarus Süd die verschiedenen Waldtypen und ihre speziellen Aufgaben und Funktionen an Ort und Stelle.