"Der Mensch muss Verantwortung übernehmen"

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe 2009 zum Thema «Neue Bescheidenheit» forderte Professor Hans Ruh ein Einordnen in die Weisheit und Gesetzmässigkeit unseres Planeten.



Der emeritierte Professor Hans Ruh wusste die Zuhörer mit seinem frei vorgetragen Vortrag zu fesseln. (Bild: al.)
Der emeritierte Professor Hans Ruh wusste die Zuhörer mit seinem frei vorgetragen Vortrag zu fesseln. (Bild: al.)

Der emeritierte Professor für Sozialethik an der Uni Zürich, Hans Ruh, begann seinen Vortrag am vergangenen Montagabend im GH in Ennenda mit dem Hinweis, dass er auf keinen Fall moralisieren wolle, obwohl das Thema «Verschwendung und Verantwortung » dazu verleiten könnte. Als erster Punkt skizierte der Redner das Wesen des Menschen. «Als einziges Lebewesen auf Erden hat der Mensch kein vollständiges biologisches Verhaltensprogramm bekommen», sagte er. Der Mensch habe Entscheidungsfreiheit, er könne so oder so handeln.

Der Mensch hat das Mass überschritten

Als zweiten Punkt analysierte Ruh die Situation der heutigen Welt, wobei er die momentane Wirtschaftskrise ausklammerte. Das zentrale Thema für ihn ist das Umweltproblem. Die rasch zunehmende Zerstörung der Ozonschicht bringe vermehrt Katastrophen, Unwetter, Versteppungen und ein Ansteigen des Meeresspiegels. All diese Faktoren könnten zu einer ungeheuren Massenwanderung verbunden mit entsprechenden Konflikten, Terroranschlägen und Kriegen führen.
Der Mensch habe das Mass überschritten, das uns zustehe. «Wir sind masslos geworden!» Wir müssten wieder vermehrt Verantwortung übernehmen. Verantwortung heisse, auf die Lebensweisheiten hören, die sich in unserer Kultur entwickelt hätten. «Wir müssen zurückfinden nach dem uns gegebenen Mass.» Wir müssten uns wieder einordnen in die Weisheit und Gesetzesmässigkeit unseres Planten.

Verantwortung übernehmen

Lösungsansätze sieht Ruh darin, dass wir unser Handeln so arrangieren, dass es zum Erfolg führt. Wir müssen nur noch produzieren, was sinnvoll verwertet werden könne. «Und es braucht eine anständige Ökosteuer», forderte der Redner. Die technologische Innovation müsse in die Richtung führen: nur noch geschlossene Stoffkreisläufe, alles was produziert wird, müsse hundertprozentig rezyklierbar sein. Und es brauche einen schonenden Umgang mit allen Ressourcen. Der Redner sagte Ja zu einer Lebensqualität, aber es müsse auch für die künftigen Generationen eine Lebensqualität geben. «Das ist Verantwortung», erklärte der Redner abschliessend.

Der sehr gut besuchte dritte Abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe von «Glarus weltoffen» zum Thema «Neue Bescheidenheit» wurde moderiert von Stefan Paradowski und musikalisch umrahmt mit Klängen auf der elektrischen Gitarre, gespielt von Martin Lehmann aus Schwanden.