Der Schrejenbachfall war früher eine schweizweit bekannte Naturattraktion. Seit 1964, mit der Inbetriebnahme des Kraftwerkes Linth-Limmern, ist er verstummt: Eine Fassung hat ihm das Wasser buchstäblich abgegraben. Aufgrund eines Vergleichs zwischen dem WWF Glarus und der Kraftwerke Linth-Limmern AG darf sich der legendäre Wasserfall im Tierfehd wenigstens an 22 Sommertagen wieder in voller Pracht zeigen, mit der Realisierung des Projekts Linthal 2015 sogar an 45 Tagen.
„Wem gehört der Diesbachfall?“
Der Diesbachfall ist das Wahrzeichen einer Region. Der WWF Glarus wehrte sich auf rechtlichem Weg gegen ein Projekt zur Erneuerung der Wasserleitung des Hochdruckkraftwerks. Die Arbeitsgruppe Pro Diesbachfall übergab Regierungsrat und Landrat eine Petition mit 2625 Unterschriften zur Erhaltung des Diesbachfalles. Im Jahr 2000 fand ein Festival mit der Uraufführung des Musikstückes „Wem gehört der Diesbachfall?“ statt. 2006 zog der neue Besitzer das Konzessionsgesuch und das Projekt zurück. Der WWF Glarus beantragte 2007 beim Kanton die Unterschutzstellung der Diesbachfälle.
Linthal 2015 hat Ausgleichsmassnahmen zur Folge
Durch die neue Konzession für das Projekt Linthal 2015 wird das Gewässerschutzgesetz wirksam – 30 Jahre vor Ablauf der jetzt gültigen. Das bedeutet: 30 Jahre früher mehr Wasser in Bächen und Flüssen. Darum hat sich der WWF Glarus 2005 entschieden, in einer offiziellen Arbeitsgruppe mitzuwirken. Die dort erarbeiteten und 2007 mit der Erteilung der Konzession durch den Landrat festgeschriebenen Ausgleichsmassnahmen umfassen: eine Verbesserung der Fischlebensräume und eine landschaftliche Aufwertung.
Antrag auf Unterschutzstellung der Linthschlucht
2008 stellte der WWF Glarus – zusammen mit vier weiteren Organisationen – einen Antrag auf Unterschutzstellung der eindrucksvollen Linthschlucht beim Regierungsrat, zumal die Linthschlucht gemäss dem Kantonalen Landschaftsverzeichnis Teil der schützenswerten Gebiete „Tödi“ und „Limmern“ ist.
Studie zum Linth-Oberlauf für Kanton
Im Auftrag des WWF Glarus erstellte eine Firma für Umwelttechnik einen Massnahmenkatalog zur Sicherung und Aufwertung des Linth-Oberlaufs (Strecke Mollis-Linthal). Die Studie wurde im vergangenen Mai dem Kanton überreicht. Massnahmen wurden nicht projektiert, aber ihre technische Machbarkeit aufgrund von bereits vorhandenen Grundlagen abgeklärt.
Mit den Massnahmen könnte die Hochwassersicherheit und die ökologische Funktionalität des Linth-Oberlaufs ganzheitlich und erheblich verbessert werden. Der WWF Glarus möchte eine der in der Studie vorgeschlagenen Massnahmen helfen umsetzen.




