Der Schritt über die Grenze

"Grenze", so heisst das neue Buch von Otto Brühlmann. Die autobiographische Geschichte erzählt, wie ein Jüngling am Ende des 2. Weltkrieges von zu Hause ausbricht und über die Grenze zu den Deutschen geht. Er will für sie kämpfen.



Blick zurück: Otto Brühlmann setzt sich im neuen Buch „Grenze“ mit seiner Jugend auseinander.
Blick zurück: Otto Brühlmann setzt sich im neuen Buch „Grenze“ mit seiner Jugend auseinander.

Das Buch ist der Versuch, den ganzen Komplex, von dem ein junger Mensch getrieben wird, in einem Bericht von vier Tagen und drei Nächten aufzuzeigen. Was hat den jungen Mann zu diesem Schritt bewegt?

Eine spannende Frage, auf die das Buch Antwort gibt. Die Episode aus seinem Leben, die im Nachhinein vielleicht als Verirrung deklariert werden kann, wird geschildert, ohne Wertungen aus späteren Lebensphasen hinein zu malen, so der Autor. Warum er das Buch geschrieben hat, drückt bereits das Titelbild aus: Es zeigt einen Alten, der zurück blickt auf das schemenhafte Abbild eines Jungen.

Das Buch entstand aus der Lust eines alten Mannes, das verschummerte Bild seiner Jugend zu finden im emotionalen Gefüge einer Zeit, die verschwunden ist. Der über 80-jährige ehemalige Sekundarlehrer hat diese seine Geschichte mehr als einmal Schülern erzählt, die allerdings mehr am Ausreisser-Abenteuer interessiert waren, als an den Irrungen und Wirrungen ihres Lehrers.

"Grenze" ist ein beeindruckendes Buch, das allen, die die Zeit des zweiten Weltkriegs noch miterlebt haben, empfohlen sei, aber auch jenen die verstehen wollen, wie es war, damals jung zu sein.

Vernissage zum Buch „Grenze“ von Otto Brühlmann:

8. Mai, 20.00 Uhr auf der Piazza der Landesbibliothek Glarus. Laudatio von Rudolf Schneiter, Apéro und Musik. Sie sind herzlich eingeladen!