Der Sommer kann kommen

Im ältesten Wildschutzgebiet Europas, dem Freiberg Kärpf, ist man am Montag, 28. Mai, mit einer offiziellen Auftaktveranstaltung in die neue Sommersaison 2018 gestartet. Der Anlass auf der Mettmen-Alp bot unter anderem Gelegenheit für einen angeregten Wissensaustausch.




Bei optimalen Wetterbedingungen lud die Luftseilbahn Kies-Mettmen (LKM) AG am Montag, 28. Mai, zu einer Auftaktveranstaltung in die Sommersaison 2018 auf die Mettmen-Alp ein. Begrüsst wurden die Teilnehmenden bei strahlendem Sonnenschein durch Verwaltungsratspräsident der LKM AG, Fritz Marti. Anschliessend durfte die interessierte Schar aus dem Glarner Tourismus am Seeufer des Garichtisees in drei Kurzreferaten mehr über das älteste Wildschutzgebiet Europas und sein touristisches Angebot erfahren.

Gebaut innerhalb von nur zwei Jahren

Leo Meier von der SN Energie klärte dabei die rund 30 Teilnehmenden über die Besonderheiten des Stausees auf, der von 1929 bis 1931 innerhalb von zwei Jahren gebaut wurde. Die Höhe beträgt an der höchsten Stelle 48 Meter und das Reservevolumen liegt bei max. 3 Mio. m3. Thematisiert wurden einerseits die Technik und die Funktion des Stausees, andererseits ging es aber auch um die Nutzung des Garichtisees als Naherholungsgebiet. Dieser ist nämlich fürs Fischen bekannt – sowohl im Sommer als auch im Winter – und lädt Jung und Alt vor allem während der warmen Jahreszeit zum Verweilen ein.

Vermutlich das älteste Wildschutzgebiet Europas

Wildhüter Fridolin Luchsinger bezeichnete in seinen Worten den Freiberg Kärpf als den zweitältesten Glarner nach dem Föhn. Denn dieser wurde bereits im Jahr 1548 ausgerufen und ist heute wohl das älteste Wildschutzgebiet in Europa sowie gleichzeitig eines von dreien im Glarnerland. Die Regulierungen im Freiberg Kärpf seien nicht so strikt wie in einem Nationalpark, betone er weiter. Dennoch gelte es gewisse Regeln zu beachten damit die einmalige Tier- und Pflanzenwelt im Freiberg Kärpf geschützt und erhalten bleibe. Luchsinger erwähnte in seinen Ausführungen nicht zuletzt das regelmässige Angebot von geführten Wildbeobachtungen zur frühen Morgenstunde, wo mit etwas Geduld und Glück Schalenwild entdeckt sowie eine beachtliche Vogelwelt erkundet werden kann.

Förderung des sanften Tourismus

Felicia Montalta, Projektleiterin des Projekts der neuen Regionalpolitik (NRP) «Freiberg Wunder Natur» betonte, dass im Freiberg Kärpf bewusst der sanfte Tourismus gefördert werden will. Denn der Tourismus müsse gerade hier im Einklang mit der Natur stehen, damit die Einzigartigkeit bestehen bleibe. Die Projektleiterin informierte zum Abschluss über die umgesetzten und noch geplanten Massnahmen. Dazu gehört das bekannte Duftbuch «Geissbock Charly im Freiberg Kärpf» von Roger Rhyner und Patrick Mettler, das 2016 veröffentlicht wurde. Weiter konnte das Wildmad-Rundreiseticket wieder eingeführt werden – und dies bereits im ersten Jahr mit einem beachtlichen Erfolg.

Projekt mit drei Wildbeobachtungsposten

Aktuell beschäftigen die Projektleiterin und die Projektkerngruppe die geplanten Wildbeobachtungsposten. Sie sollen Besucher einen Ort bieten, wo sie ungestört einheimisches Wild entdecken und beobachten können. Für zwei der drei geplanten Posten sind die Baubewilligungen bereits vorhanden, eine ist noch ausstehend. Die Verantwortlichen zeigen sich jedoch optimistisch und hoffen, die Bauten aus Holz im Herbst dieses Jahres in Betrieb nehmen zu können.

Im Anschluss an den Informationsblock fand im Berghotel Mettmen ein gemütlicher Imbiss statt, der Gelegenheit bot, über die Zukunft des Glarner Tourismus zu diskutieren und sich über das Gehörte auszutauschen. Es konnten aber auch Grundsteine für neue und spannende Zusammenarbeiten gelegt und Wissen ausgetauscht werden.