Der Tannenhäher – Besucher im Herbst

Der Tannenhäher mit seinem dunkelbraunen, von kleinen weissen Flecken übersäten Gefieder ist unverwechselbar. Er ist ein typischer Bewohner von Gebirgswäldern. Im Herbst zieht er auf der Suche nach Haselnüssen auch ins Tiefland und ist in Gärten und Parks zu sehen.



Der Tannenhäher baut sein Nest auf Nadelbäumen. (Bild: © gartenfoto.eu/Martin Staffler)
Der Tannenhäher baut sein Nest auf Nadelbäumen. (Bild: © gartenfoto.eu/Martin Staffler)

Der Tannenhäher ernährt sich am liebsten von den Nüsschen der Arve und von Haselnüssen. Daneben frisst er auch gerne die Samen von Fichten und Weisstannen und zur Brutzeit auch Insekten. Er kommt darum fast ausschliesslich im Nadelwald vor, besonders wenn dieser noch Haselsträucher enthält. Im Herbst sammelt der Tannenhäher Samen und Nüsse und versteckt sie. Auf diese Weise kann ein Tannenhäher mehrere 10 000 Arvennüsschen und Tausende von Haselnüssen horten. Auf den Sammelzügen im Herbst kommt der Tannenhäher regelmässig in die Siedlungen, um die Haselsträucher abzuernten. Er sammelt bis zu 20 Haselnüsse in seinem Kehlsack und fliegt damit in sein Revier ins Berggebiet hinauf, das oftmals mehr als 500 m höher als der Talgrund liegt. Im Winter ernährt sich der Tannenhäher fast ausschliesslich von seinen Vorräten. In der Regel werden über 80 Prozent aller Nüsse wieder gefunden, sogar wenn mehr als 50 cm Schnee liegt und der Tannenhäher lange Höhlen in den Schnee graben muss.

Der Tannenhäher baut sein Nest auf Nadelbäumen und legt darin Anfang April 3 bis 4 Eier. Die Jungvögel werden ab Anfang Juni flügge. Die jungen Vögel streifen im Alpenraum herum, bevor sie sich in einem neuen Revier ansiedeln. So wurden in der Schweiz beringte Jungvögel schon im Tirol und in Südfrankreich gefunden. Der Tannenhäher wird in der Gefangenschaft über 30 Jahre alt. In der Natur wurden schon über 16-jährige (beringte) Tannenhäher festgestellt.

Der Tannenhäher kommt in den nördlichen Gebieten Europas und Asiens bis nach Japan und Kamtschatka sowie in den Gebirgen Zentraleuropas vor. In den Rocky Mountains Nordamerikas lebt der nächste Verwandte des Tannenhähers, der Kiefernhäher. Mit der Ausbreitung der Fichte in den Hügel- und Mittelgebirgsregionen Deutschlands, Tschechiens und Polens hat sich der Tannenhäher in Mitteleuropa ausgebreitet. In Polen werden die zentraleuropäische und die nordeuropäische Population bald erstmals zusammentreffen.

Im Kanton Glarus brütet der Tannenhäher in Nadelwäldern oberhalb von etwa 800 bis 900 m bis zur Waldgrenze. Sein Warnruf ist weitherum hörbar. Im Herbst kann der Tannenhäher auf seinen Beutezügen nach Haselnüssen mitten in den Siedlungen, z.B. im Volksgarten in Glarus, beim Altersheim Schwanden oder mitten in Näfels beobachtet werden.

In der Schweiz leben etwa 12 Prozent des europäischen Tannenhäher-Bestandes.
Bestand in Europa zirka 300 000 Paare
Bestand in der Schweiz zirka 20 000 bis 30 000 Paare
Bestand im Kanton Glarus zirka 200 bis 400 Paare