Der Waldkindergarten Glarus Nord, «Willibart» und der Förster

Das Bilderbuch «Willibarts Wald» begleitet die Waldkindergartenkinder seit Anfang Januar. Willibart ist ein Holzhacker, der Bäume fällt. Die Tiere, die durch seine Arbeit zu Schaden kommen, klopfen abends bei ihm an der Türe an und beschweren sich, dass sie nun kein Zuhause mehr hätten.




In der Not stellt Willibart seinen langen Rauschebart als Wohnung zur Verfügung. Doch irgendwann wird es ihm zu viel. Nachdem er wegen der vielen Tiere im Bart nicht mehr schlafen kann, schneidet er sich wütend den Bart ab und stellt ihn nach draussen. Doch als Willibart aus dem Fenster schaut, bemerkt er, dass seine Umgebung sehr karg geworden ist. Weit und breit sind nur noch Baumstümpfe zu sehen, wie auf einem Baumfriedhof. Er realisiert, dass sein Bart längerfristig kein ideales Heim für all die Tiere sein kann und entschliesst sich, neue Bäume für sie zu pflanzen.

In diesem Zusammenhang wurde der Förster Adrian Kamm der Gemeinde Glarus Nord in den Waldkindergarten eingeladen. Die Kinder lernten vom Förster – und umgekehrt. Zum Beispiel erfuhren die Kinder, dass es unterschiedliche Forstberufe gibt: Den Förster, der die Bäume anzeichnet und den Forstwart, der sie fällt. Also ist Adrian ein Förster und «Willibart» ein Forstwart. Als Adrian den Kindern die Frage stellte, was sie gerne im Wald machen, stand «spielen» ganz oben auf der Rangliste, dicht gefolgt von Znüni essen. Ein Mädchen sagte, sie spiele gerne bei den Königinnen. Die Lehrperson erklärte dem Förster, dass eine «Königin» die Buche sei, weil sie so gross und stark werde. Die Kinder zeigten vor, wie eine starke Buche aussieht. Weiter lernten die Kinder den Förster, dass eine Birke eine weisse Rinde hätte und sie die Fee sei, weil sie so zerbrechlich und zart aussehe. Im Gegenzug zeigte Adrian den Kindern eine Eiche und sie durften den Rindenunterschied zu einer Buche feststellen.

Nach dem Znüni stellten die Waldkinder dem Förster ihre Baumfreunde vor und natürlich durfte ein Rindenabdruck mit Neocolor nicht fehlen. Später wurde Adrian beim Spielen von allen Seiten in Beschlag genommen. Er musste auch beim «Sägelen» mithelfen. Als Abschied zauberte er mit den Kindern Douglasienzweige – zumindest für die Riechorgane – in Zitronen (beim Reiben der Nadeln entsteht Zitronenduft). So verzauberte er nicht nur Zweige, sondern auf besondere Weise auch die Kinder des Waldkindergartens Glarus Nord.

Weitere Informationen zum Waldkindergarten Glarus Nord erhalten Sie beim:

Informationsanlass von Eltern für Eltern
am Mittwoch, 5. Februar 2020 um 19.30 Uhr
im Singsaal des Primarschulhauses Bilten
(es ist keine Anmeldung erforderlich)