„Der Wirtschaftsmotor läuft wie geschmiert“

Mit dieser Schlagzeile aus der schweizerischen Presse eröffnete Andrea R.Trümpy, Präsidentin des Gewerbeverbandes des Kantons Glarus, die diesjährige Generalversammlung im Schützenhaus Glarus



Die Präsidentin des Gewerbeverbandes des Kantons Glarus; mit dem Referenten Nationalrat Bruno Zuppiger (bild: ehuber)
Die Präsidentin des Gewerbeverbandes des Kantons Glarus; mit dem Referenten Nationalrat Bruno Zuppiger (bild: ehuber)

Welchen Stellenwert der Glarner Gewerbeverband einnimmt zeigte sich unter anderem in der Anwesenheit von zahlreichen Politikern, Vertretern der Wirtschaft und Behördenmitgliedern. So konnte die Präsidentin Andrea Trümpy die Regierungsrätin Marianne Dürst, Landratspräsident Martin Landolt, Ständerat This Jenny und Nationalrat Werner Marti unter den Anwesenden begrüssen. Dazu gesellte sich später noch Nationalrat Bruno Zuppiger, welcher im Anschluss zum Thema „Das Gewerbe im Spannungsfeld von Politik und Wirtschaft“ ein Referat hielt.

Jahresrückblick der Präsidentin

Eingangs wies Andrea R. Trümpy darauf hin, dass der „Kick“ der Schweizerischen Wirtschaft nun endlich eingetroffen sei. Die Schweiz halte im internationalen Vergleich Schritt, zudem sinke auch die Arbeitslosenquote. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg seien aber letztlich nicht allein die Rahmenbedingungen, sondern vielmehr die Unternehmer und ihre Mitarbeiter. Sie seien es, die mit viel Innovation und Einsatz die Märkte bearbeiten und Erfolge verbuchen können. Im vergangenen Jahr konnten in erfolgreicher Zusammenarbeit mit der Glarner Handelskammer verschiedene Kurzseminare und Informationsveranstaltungen durchgeführt werden. So zum Beispiel ein Seminar über die Einführung des neuen Lohnausweises. Eine Veranstaltung welche auf sehr grosses Interesse gestossen ist. Ein Highlight war sicher auch die Organisation der Ausstellung „Berufe an der Arbeit“ in der Berufsschule in Ziegelbrücke. Der Glarner Gewerbeverband werde in den nächsten Wochen eine Werbeaktion zur Gewinnung von Neumitgliedern starten, denn nur ein starker Verband habe auch ein entsprechendes Gewicht.

Referat von Nationalrat Bruno Zuppiger

Der Referent aus Hinwil erwähnte zu Beginn seines Vortrages gerne, dass er nicht das erste Mal in Glarus weile, sondern in seiner Funktion als Bataillonskommandant mehrmals Dienst in Glarus absolviert habe. In seinem Referat unter dem Titel „Das Gewerbe im Spannungsfeld von Politik und Wirtschaft“ wies er darauf hin, dass ein solches Spannungsfeld in vielen Sparten auftreten könne. Die Wirtschaft als solches sei in der Tat ein Spannungsfeld: zum Beispiel zwischen Firmen für die Inlandproduktion oder den exportorientierten Unternehmen. Was ihm in den letzten Jahren negativ auffiel sei, dass man immer weniger über das Gewerbe spricht. Das Handwerk wird immer mehr in den Hintergrund gerückt. Ein weiteres Spannungsfeld könne auch zwischen dem Unternehmer und seinen Mitarbeitern entstehen. Ein weiteres, entscheidendes Spannungsfeld bestehe leider auch zwischen der Politik und der Wirtschaft. Es bestehe immer mehr die Gefahr, dass der Staat von den Unternehmen laufend höhere Abgaben fordere. So werde der Gewinn reduziert und damit verbunden die Innovation gebremst. Auch Energie und Umwelt, aber auch die Bildungspolitik bilden ein weiteres kritisches Feld. Vor allem in der Bildungs- und Weiterbildungspolitik ist der Einfluss des Staates sehr gross und es stelle sich die Frage ob dies für den Marktplatz Schweiz gut sei. Als Fazit muss festgehalten werden, dass sich das Gewerbe, respektive die gewerblichen Betriebe wieder lohnen. Das Gewerbe benötige wieder vermehrt Unternehmer und nicht Manager. Unternehmer welche bereit sind zu kämpfen, um auch einem möglichen Nachfolger eine gute Plattform für die Zukunft zu geben. Es brauche wieder „Chrampfer“ im Gewerbe, damit wir auch entsprechend wahrgenommen werden. Der positive Wert in der Gesellschaft müsse wieder stärker verankert werden.

Mit diesen markanten Worten schloss der Sprecher sein sehr interessantes Referat. Entgegen seinen ursprünglichen Plänen liess er sich schliesslich doch noch überreden, am anschliessenden Imbiss und weiteren Diskussionen teilzunehmen.