Die Aufgaben einer Paritätischen Kommission

Die Paritätische Berufskommission Bau Glarus ist in der Öffentlichkeit nicht sehr bekannt, sondern hauptsächlich nur den Firmen im Baugewerbe. Sie leistet aber mit der Kontrolle der arbeitsvertraglichen Bestimmungen einen wichtigen Beitrag.




Die Paritätische Berufskommission (PBK) Bau Glarus besteht aus sechs Mitgliedern, zusammengesetzt aus je drei Arbeitgeber- und drei Arbeitnehmer-Vertretern. Präsident ist zurzeit Thomas Hösli aus Mühlehorn. Vizepräsident ist Simon Trümpi aus Mitlödi. Die PBK trifft sich vier Mal im Jahr zu Sitzungen.

Verbindlicher Landesmantelvertrag

Die Aufgaben der PBK Bau Glarus richten sich nach dem vom Bundesrat allgemein verbindlich erklärten Landesmantelvertrag (LMV). Sie überprüft dabei die arbeitsvertraglichen Bestimmungen des LMV für das schweizerische Bauhauptgewerbe, inklusive deren Anhänge und Zusatzvereinbarungen. Die Kommission tut dies vorwiegend mittels Baustellen-, Lohnbuch- und Unterstellungskontrollen sowohl bei Schweizer wie bei ausländischen Firmen. Kontrolliert wird ferner die Meldepflicht für die Samstagarbeit. Wie Präsident Hösli ausführte, soll aber nicht der Eindruck entstehen, dass sie Polizisten seien. Sehr wichtig ist der Kommission zudem die Einhaltung der LMV-Bestimmungen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen. «Es sollte sichergestellt werden, dass nur diejenigen Firmen von öffentlichen Aufträgen profitieren, die sich auch an den LMV halten», so PBK-Präsident Thomas Hösli.

Die Kommission vermittelt auch wenn es zwischen Arbeitnehmenden und Betrieb zu Meinungsverschiedenheiten betreffend Lohnklasseneinteilung kommt. Weil in der Kommission beide Parteien, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, vertreten seien, finde man bei Schwierigkeiten immer eine Lösung, erklärte Hösli. Es sei eine typisch schweizerische Lösung.

Sekretariat in St. Gallen

Das Sekretariat der PBK Bau Glarus befindet sich in St. Gallen, wo auch weitere PBK aus andern Kantonen domiziliert sind. Dieses Sekretariat stellt auch Bestätigungen aus, ob der aktuell gültige LMV eingehalten wird. Die Kontaktadresse lautet florian.kobler@pkgewerbe.ch.

Die Allgemeinverbindlicherklärung will einheitliche Mindestarbeitsbedingungen für die auf dem gleichen Markt tätigen Unternehmen schaffen und damit verhindern, dass ein Unternehmen durch schlechtere Arbeitsbedingungen einen Wettbewerbsvorteil erlangen kann, der als unlauter gilt.