«Die Chance auf einen Parkplatz vor dem Geschäft ist grösser»

Die Einführung des Parkierungskonzepts in der Gemeinde Glarus hat für viel Gesprächsstoff gesorgt. Der Gemeinderat äusserte sich letzten Donnerstag über den aktuellen Stand, die Vorgeschichte und die Zukunft der Neuordnung des Parkierens.



Ende letzten Jahres haben sich langjährige Gewohnheiten in der Gemeinde Glarus stark verändert. In diesem Zusammenhang wurden das neue Parkierungskonzept und vor allem die Kontrolle durch die Gemeinde eingeführt. «Früher wurde gerade die Blaue Zone häufig von Langzeitparkierern, Mitarbeitern und Anwohner genutzt», erläuterte dazu Gemeindepräsident Christian Marti. Da sehr selten kontrolliert wurde, konnte man die seltene Parkbusse riskieren. «Die Hoheit der Kontrolle oblag der Kantonspolizei, welche ihre Priorität auch aus personellen Gründen an anderen Stellen setzte.» Nun hat die Kantonspolizei diese Kompetenz der Gemeinde übertragen, was –wie das ganze Konzept – zwischen Gemeinde und Kanton geregelt wurde. «Das ist ein Korsett, in dem wir nicht viel Spielraum haben.» Die Veränderungen, Kontrollen und gewisse Unsicherheiten haben die Gemüter weit über die Gemeindegrenzen hinaus erhitzt. «Veränderungen führen immer zu Kritik. Das hat uns grundsätzlich nicht überrascht.» Die Heftigkeit gewisser Rückmeldungen war es dann aber doch. Marti betonte, dass das ganze Konzept nicht einfach vom Himmel fiel, sondern eng mit der Bevölkerung in diversen Foren und Versammlungen erarbeitet wurde. Und ein erster Wunsch konnte schon in der Einführungsphase erfüllt werden. Denn durch die konsequentere Kontrolle kann die Blaue Zone mehr von Kurzzeitparkierern genutzt werden. «Der Einkauf im Zentrum ist so wieder attraktiver geworden.»

«Bald startet die Bewilligungsphase», führt Gemeinderat Markus Schnyder weiter aus. Anwohner und Betriebe können dann die Parkkarten kaufen, welche ab Mai notwendig werden. Hier habe man für Serviceunternehmen neue Angebote und Lösungen gesucht, dass sie ihre Arbeit auf dem Gemeindegebiet ausführen können. Ausserdem werden kleinere Anpassungen vorgenommen. «Wir wollen jetzt aber keine Schnellschüsse vornehmen, sondern wirklich sehen, wie sich das Parkieren auf dem Gemeindegebiet verändert.» Nach dem ersten Betriebsjahr werden die Erfahrungen gesammelt und auf dieser Grundlage, Anpassungen vorgenommen. Hier werde sich zeigen, wie das Verhältnis zwischen den verschiedenen Parkierungsmöglichkeiten sich eingependelt hat. «Nach den aktuellen Erfahrungen brauchen wir wohl kaum eine grössere Blaue Zone», betonte Marti dazu. Aus diesem Grund wurden Parkhausprojekte nicht forciert. «Mit dem neuen Konzept müssen wir schauen, welche Bedürfnisse wirklich vorhanden sind.» Hier werde man dann auch sehen, wie die Bewirtschaftung und Kontrolle ausgefallen sind. «Das private Unternehmen, welche die Kontrolle übernimmt, wird nicht über das Bussgeld finanziert.» Der Gemeinderat habe hier auch keinen Einblick in die Gelder und kein Budgetziel gesetzt. Auch hier werde sich zeigen, wie stark die Kontrollen in Zukunft durchgeführt werden müssen.

Phase 3 – Landsgemeindeplatz

Da man hier noch vonseiten der Gemeinde, aber auch der Bevölkerung Erfahrungen sammeln muss und sich an das neue System gewöhnen müsse, habe der Gemeinderat Glarus Service geraten, die Phase 3 der Inszenierung der Landsgemeinde auf dem Zaunplatz zurückzustellen. Hier sollte eine Kopie eines Teils des Rings und des Podiums des Landammanns permanent aufgebaut werden, sodass zum Beispiel Touristen eine Vorstellung der direkten Demokratie im Kanton Glarus erhalten können. Da hier aber Parkplätze aufgelöst werden müssten, glaubt der Gemeinderat in der aktuellen Situation nicht auf Erfolg des Bauvorhabens.