Die A3 Linthebenestrasse ist als direkte Autobahnverbindung zwischen den Kantonen Zürich und Graubünden von primärer Bedeutung auch für das Linthgebiet. Die Linthebenestrasse wurde im Jahre 1973 gebaut. Nach 36 Jahren ist eine Gesamterneuerung unabdingbar. Die Projektierung und die Konzeption sind durch den Kanton Glarus durchgeführt worden, noch vor dem Inkrafttreten des Neuen Finanzausgleichs (NFA). Jetzt obliegt die Umsetzung des Projekts dem Bundesamt für Strassen ASTRA – respektive der Filiale Winterthur. Das Instandsetzungsprojekt entspricht den Bedürfnissen der nächsten 15 Jahre. Sicherheit ist grossgeschrieben, für die Benützer wie für die Unterhaltsmannschaften. Nebst der Sicherheit stehen die Umweltfreundlichkeit und die Kosteneffizienz im Zentrum des Projekts. Dank einer Investition von insgesamt rund 120 Millionen Franken müssen auf lange Sicht keine grösseren Bauarbeiten auf der A3 Linthebenestrasse ausgeführt werden.
Bedeutendes Projekt im Einklang mit der Umwelt
Zwischen Bilten und Weesen weist die A3 Mängel auf, die weitgehend auf die Abnutzung aber auch auf die Setzung des Bodens infolge der besonderen Geologie der Linthebene zurückzuführen sind: Längs- und Quergefälle an der Strassenoberfläche genügen nicht mehr, um das Regen- und Schmelzwasser abfliessen zu lassen. Die Entwässerungsleitungen weisen Schäden auf. Zudem sind die Leitplanken und die elektromechanischen Anlagen veraltet und die Signaltafeln teilweise nicht mehr ausreichend leuchtstark. Im Rahmen der Unterhaltsplanung der Nationalstrassen wurden deshalb folgende Arbeiten an der A3 Linthebenestrasse beschlossen: Verbreiterung der Fahrbahn durch Belagseinbau im Mittelstreifen, Korrektur des Gefälles, Ersatz des Belags durch einen lärmarmen Deckbelag, Ersatz der Leitschranken und der elektromechanischen Anlagen.
Die Korrektur des Gefälles und der Einbau neuer Leitplanken erhöhen die Sicherheit signifikant. Der Ausbau der Fahrbahnen gegen die Mitte erlaubt es, die Fahrspuren zu verbreitern, ohne zusätzliches Land zu beanspruchen. Damit leistet das ASTRA einen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Gestaltung der Autobahn. Auch der lärmarme Belag ist ein Beitrag zur Reduktion der umweltbelastenden Immissionen.
Zusätzlich werden 17 verschiedene Kunstbauten entlang der A3 Linthebenestrasse ersetzt, erneuert oder erstellt. So wird die Brücke über die SBB-Glarnerlinie ersetzt und ein Wilddurchlass im Hänggelgiessen gebaut. Dieser Wilddurchlass ist Bestandteil des Wildtierkorridors Benkner Büchel; er gehört zu den Wildtierkorridoren von überregionaler Bedeutung.
Heute wird der Verkehr dreispurig und alternierend abgewickelt. Die Umstellung des Verkehrs auf den vierspurigen Betrieb für den Winter 2009-2010 erfolgt voraussichtlich Ende Oktober 2009. Die gewählte Baustelleneinrichtung und die Verkehrsführung erlauben es, die Bauzeit um ein ganzes Jahr zu kürzen sowie die Projektkosten als auch die volkswirtschaftlichen Kosten dieser Gesamterneuerung zu reduzieren.
Stand der Arbeiten
In den 25 Wochen der diesjährigen Bauzeit wurden folgende Arbeiten ausgeführt:
· zirka 13'000 m2 Autobahn vollständig erneuert
· zirka 28'000 m3 Belag abgetragen und entsorgt
· zirka 70'000 t Belag eingebaut
· zirka 3 km Entwässerungsleitungen neu gebaut, beziehungsweise saniert
· zirka 14 km Leitschranken versetzt
· 2 Brücken neu gebaut
· 16 Brücken, Unterführungen und Durchlässe saniert
Die Kosten der 2009 erfolgten Bauarbeiten, inklusive Neubauten, belaufen sich auf rund 45 Millionen Franken.
Ausblick 2010
Ab Ostern 2010 wird die Fahrbahn Richtung Sargans für die Sanierung gesperrt. Der Verkehr rollt dann vierspurig über die nun erneuerte und verbreiterte Fahrbahn Richtung Zürich. Die Arbeiten an der Autobahn und an den Kunstbauten dauern voraussichtlich bis zum 29. Oktober 2010.
Obgleich die neue Verkehrsführung den Verkehr voraussichtlich deutlich verflüssigen wird, ist weiterhin mit Beeinträchtigungen zu rechnen – insbesondere in den verkehrsreichen Sommermonaten. Eine erhöhte Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer bleibt unabdingbar.
2011 finden abschliessende Anpassungen an den Anschlüssen statt. Zudem werden fünf Strassenabwasserbehandlungsanlagen (SABA) ausserhalb des Autobahnperimeters erstellt. Diese Arbeiten führen zu keinen nennenswerten Beeinträchtigungen.




