Die Gesichter hinter dem Schicksal der Verdingkinder

Das Anna-Göldi-Museum präsentiert seit letzter Woche eine Fotoausstellung von Keystone-SDA und des vereins-netzwerkverdingt. Zwei zusätzliche Porträts zeigen, dass es dieses Geschehnis auch im Kanton Glarus gab.




Die jahrzehntelange Fremdplatzierung durch den Staat ist ein dunkles und lange Zeit unbekanntes Kapitel in der Geschichte der Schweiz. Ein Kapitel aber auch, das in den letzten Jahren sehr umfangreich aufgearbeitet wurde, wie Walter Zwahlen, Präsident Verein netzwerk-verdingt, am letzten Freitag im Anna-Göldi-Museum berichtete. «Viele Betroffene hätten aber lange Zeit Probleme gehabt, ihr Schicksal öffentlich zu machen.» Bei der Einreichung der Wiedergutmachungsinitiative kam Keystone-Fotograf Peter Klaunzer auf die Idee, Porträts von Verdingkindern zu schaffen. «Schnell spürte ich, dass die Geschichte hinter den Gesichtern ebenfalls aufgezeichnet und präsentiert werden muss.» Entstanden ist daraus die Ausstellung von mehr als einem Dutzend Porträts, Zitaten, Beschreibungen und Audioaufnahmen, welche bereits im Käfigturm zwischen 2016 und 2017 präsentiert wurde. Schnell wurde verschiedenen Personen, darunter der Glarner Fotograf Fridolin Walcher klar, dass diese Ausstellung auch perfekt ins Anna-Göldi-Museum passen würde. Dies sieht Fridolin Elmer, Leiter des Museums, nicht anders. «Ungerechte Behandlung vonseiten des Staates ist ein zentrales Thema rund um Anna Göldi. Und das ist hier nicht anders.» Zu den anwesenden, porträtierten Verdingkinder gesellten sich am letzten Freitag bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung auch zwei Verdingkinder aus dem Glarnerland. Für die Verbindung mit dem Kanton Glarus wurden nämlich zwei zusätzliche Porträts in die Ausstellung aufgenommen. Dies zeige auch, dass das Thema Verdingkinder und Heimkinder nicht auf einzelne Regionen beschränkt ist, sondern die ganze Schweiz angeht.  

 

 


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