Die Vorbereitungen auf diesen bedeutenden Wettkampf begannen für Trümpi und ihr Team bereits im Winter. Dabei wurde nicht nur der Saisonhöhepunkt geplant, sondern auch gezielt auf den gesamten Aufbau inklusive der notwendigen Qualifikation hingearbeitet. Einige technische Anpassungen wurden vorgenommen – etwa das Wechseln des Schwungbeins beim Hürdenlauf, um noch effizienter agieren zu können.
Swiss Athletics stattete die Athletinnen vorsorglich mit Regenbekleidung aus, die jedoch aufgrund der überraschend hohen Temperaturen von über 27 Grad kaum benötigt wurde.
Der Siebenkampf war in die zweite Wettkampfhälfte des Anlasses (Samstag und Sonntag) eingeteilt. Das abschliessende Vorbereitungstraining wurde bereits in Bergen durchgeführt, um bestmögliche Bedingungen zu schaffen.
Der Auftakt am Samstag begann um 10.00 Uhr mit dem 100-m-Hürdenlauf. Liana startete stark aus dem Block und überquerte die ersten Hürden souverän. Doch dann touchierte sie gleich dreimal eine Hürde, kam aus dem Rhythmus und verlor dadurch wichtige Zehntel – beinahe wäre sie gestürzt. Die mentale Verarbeitung eines solchen Laufes ist nicht einfach. Dieser Start in den Wettkampf gab es erstmal zu verarbeiten.
Im Hochsprung zeigte sie Nervenstärke, nach einem soliden Einstieg bei 1,62 m steigerte sie sich in 3-cm-Schritten bis auf 1,77 m, riss diese Höhe jedoch hauchdünn. Ihre gültige Höhe von 1,74 m war dennoch ein gutes Resultat.
Nach einer längeren Pause folgte das Kugelstossen, bei dem Trümpi mit 13,24 m eine solide Weite erreichte.
Der Abschluss des ersten Tages bildete der 200-m-Lauf um 20.00 Uhr – nach einem langen, kräftezehrenden Tag. Mit 24,42 Sekunden erzielte sie zum Abschluss des ersten Tages ein gutes Resultat. Auch wenn der erste Tag insgesamt unter den eigenen Erwartungen blieb und Liana nie so richtig gut in den Wettkampf hineinfand, galt es nun, sich körperlich und mental zu erholen. Denn der zweite Tag bot die Chance, mit neuer Energie und klarem Kopf in den Wettkampf zurückzufinden und das eigene Potenzial voll auszuschöpfen.
Am Sonntag startete mit nur kurzer Erholungszeit bereits um 10.00 Uhr der zweite Wettkampftag. Liana zeigte Kampfgeist und ging mit positiver Einstellung in die verbleibenden Disziplinen. Beim Weitsprung herrschten wechselnde Windverhältnisse. Der erste Versuch war ein knapper Übertritt, der zweite brachte mit 6,31 m eine neue persönliche Bestleistung. Der dritte Versuch war der weiteste, allerdings sprang sie einige Zentimeter über dem Balken ab.
Im Speerwurf glänzte sie mit einer konstant starken Serie und erreichte mit 41,43 m ihre Tagesbestweite, was auch neue Bestleistung bedeutete.
Nach einer langen Pause stand am Abend um 18.30 Uhr der abschliessende 800-m-Lauf an. Trotz der Erschöpfung lief Trümpi diesen in guten 2:19,85 Minuten. Da Grossanlässe wie diese in einen Morgen- und Abendteil gesplittet werden, ergeben sich für Mehrkämpferinnen besonders lange Wettkampftage – verbunden mit der Herausforderung, die Spannung und Konzentration über viele Stunden hinweg aufrechtzuerhalten.
Trotz allem meisterte Liana Trümpi diese Belastungen eindrucksvoll und erkämpfe für die Schweiz mit 5953 Punkten den 5. Rang.




