Die gleichen Probleme und neue Themen

Letzte Woche feierte die Gleichstellungskommission des Kantons Glarus ihr 20-Jahr-Jubiläum mit der Vernissage einer Ausstellung und einem Podium in der Landesbibliothek.



Die gleichen Probleme und neue Themen

«Es ist ein zweischneidiges Schwert», meinte Lukas Ziltener, Präsident der Gleichstellungskommission des Kantons Glarus, am Jubiläumsanlass letzte Woche in der Landesbibliothek, «denn das Grundanliegen ist bei Weitem noch nicht überall erreicht; einiges habe man aber in den letzten 20 Jahren schon erreicht.» So sei einer der zentralsten Punkte, die Lohngleichheit zwischen Mann und Frau bei Weitem noch nicht überall Standard. Die Möglichkeit, auch als junge Mutter wieder ein Teil in der Arbeitswelt zu sein, habe sich aber deutlich verbessert, betonte eine seiner Vorgängerinnen, Claudia Kock-Marti, während des Podiums. Blockzeiten in der Schule und ergänzende Institutionen hätten hier viel getan. Auf der anderen Seite erklärte Sabine Steinmann, dass es in gewissen Berufen noch nicht akzeptiert sei, wenn sich der Mann für die Familie Zeit herausnimmt. Für Andreas Schiesser hat dies aber auch mit Kompromissen zu tun. «Man kann halt nicht Supermami oder Superdaddy und gleichzeitig Chef eines internationalen Unternehmens sein.» Hier müsse halt jeder – je nach Möglichkeiten – entscheiden, was ihm wichtiger sei, oder der Familie mehr diene.

Landammann Rolf Widmer betonte bei seiner Grussbotschaft die Bedeutung der Kommission und die Vorbildfunktion der Regierung bei dieser Thematik. «Gerade kürzlich wurde der Kanton dahingehend durchleuchtet und hat dabei sehr gut abgeschnitten.» Dass gerade in den höheren Chargen der Frauenanteil mit 22 Prozent doch noch gering sei, habe teilweise auch damit zu tun, dass sich für gewisse Stellen einfach keine Frauen bewerben. Ob eine Frauenquote die Lösung sei und diese eingeführt werden müsse, wurde kurz, aber kontrovers diskutiert, was zeigt, dass es die Gleichstellungskommission auch weiterhin braucht. «Mit Trans-Gender-Menschen kommt hier noch eine weitere Thematik auf uns zu», meinte Ziltener, bevor er die Gäste in den Apéro und in die Ausstellung entliess, welche die Themen und Arbeiten der Gleichstellungskommission in den letzten 20 Jahren eingehend beleuchtete.