«Die Idee der Gründerväter wird weiterleben»

Die lintharena ist im Wandeln. Optisch sichtbar mit der grossen Sanierung, mehr im Hintergrund mit der Überführung der Organisation in eine Aktiengesellschaft und der Gemeinde Glarus Nord. Einen weiteren Schritt in die Zukunft nahm der Ablauf an der Generalversammlung der Genossenschaft lintharena.



In der lintharena in Näfels hat sich in den letzten Jahren einiges getan, und es wird sich noch einiges ändern. Am 4. März 2020 startete die rund 35 Millionen teure Sanierung und Ausbau der Infrastruktur, erklärte Geschäftsführer Oliver Galliker an der Generalversammlung der Genossenschaft lintharena in der Novalishalle. Dies sinnbildlich für den gesamten Umbruch, welcher hier auch im Hintergrund stattfindet. «Kein Stein bleibt hier auf dem anderen», betonte dazu Finanzchef Andreas Schiesser. Denn während auf der Baustelle abgebrochen, abtransportiert und bald mal frisch aufgebaut wird, wurde die gesamte Immobilie der Gemeinde Glarus Nord überschrieben. So sei auf einmal die Bilanz spannender als die Erfolgsrechung, welche mit einem Vortrag von 600 000 Franken abschloss. «Da nun die Anlagevermögen wegfallen, aber auch die Abschreibungen, hat sich die Bilanzsumme um gut 14 Millionen verkleinert.» Da nun aber der Besitzstand geändert hat, sei in Zukunft auch die Gemeinde für die notwendigen Investitionen verantwortlich. Um den Betrieb soll sich in Zukunft auch nicht mehr die Genossenschaft, sondern eine neue Aktiengesellschaft kümmern, die vollständig im Besitz der Gemeinde ist. Diese wird aber erst operativ tätig, wenn der Umbau im kommenden Herbst 2021 abgeschlossen ist. «Das wird das grosse Abschiedsgeschenk der Genossenschaft sein.» Für den kontinuierlichen Übergang bleibt die Genossenschaft selber noch bis zu diesem Zeitpunkt tätig und wird dann in die lintharena AG überführt. Ein wichtiger Schritt war hier auch am letzten Freitag der einstimmige Entscheid der Versammlung, die Überführung durch den Verwaltungsrat voranzutreiben. «Der Grundgedanke hinter dem damaligen SGU wird so in die Zukunft geführt», ist sich Adrian Hager, Verwaltungsratspräsident der Genossenschaft, sicher. Die endgültige Auflösung und somit das Ende der fast 50-jährigen Tätigkeit wird dann im nächsten Jahr an der letzten Generalversammlung vollzogen. «Diese findet wieder im Herbst statt. Hoffentlich nicht wegen Corona, sondern damit die Genossenschafter als erstes einen Blick – noch vor der eigentlichen Eröffnung – in die neue lintharena werfen können.»

Da die Versammlung wegen Corona nicht im Frühling, sondern im Herbst abgehalten werden konnte, konnten schon erste Aussagen über das laufende Betriebsjahr gemacht werden. «Eigentlich war wegen der Sanierung in unserem Betrieb sowieso eine Art Lockdown geplant, der Bund hat uns da aber ein paar Wochen vorausgegriffen.» So habe man noch Tage vor dem bundesrätlichen Beschluss den Betrieb eingestellt und die Zeit und die noch vorhandene Man-Power für Vorarbeiten für die Sanierung genutzt. Alle Gerätschaften und Material wurden verpackt und in die Zwischenlager gebracht. «Wir möchten unseren damaligen Mitarbeitern für den enormen Einsatz an ihren letzten Arbeitstagen ganz herzlich danken», betonte Galliker. Denn aufgrund des über zwei Jahre sehr eingeschränkten Betriebs, musste die Zahl der Mitarbeiter von rund 75 auf 12 verringert werden. «Wir haben das Thema früh und proaktiv aufgegriffen. In den meisten Fällen konnten wir so gute Lösungen für unser Team finden», erklärte dazu Hager weiter. Grundsätzlich verläuft die Sanierung nach Plan, obwohl einige Überraschungen in dem ehrwürdigen Gemäuer zu Tage getreten seien. «Sicher auch erfreulich, dass bisher Aufträge von rund 10 Millionen an das lokale Gewerbe vergeben werden konnten.» Auf der Baustelle und hinter den Kulissen scheint alles so weiterzulaufen, damit im kommenden Herbst die Geschichte der lintharena neu geschrieben werden kann.

*Jürg Huber ist Pressebeauftragter der Glarner Handelskammer