Die Initiative „Einheitskrankenkasse“ hatte im Glarnerland keine Chance.

Die Ablehnung der Initiative einer Einheitskrankenkasse war im Kanton Glarus weit grösser als im gesamtschweizerischen Durchschnitt. Während die Schweizer Bevölkerung die Initiative mit 71.2 Prozent ablehnte, betrug die Ablehnung im Glarnerland hohe 81.8 Prozent.



Walter Elmer
Walter Elmer

Das in der Westschweiz lancierte und vorab von der SP und den Grünen unterstützte Volksbegehren verlangte nicht nur den Ersatz der 87 heutigen Krankenkassen durch eine einzige Kasse, sondern auch einkommensabhängige Prämien. Mit rund 1 588 000 Nein (71,2 Prozent) gegen 642 000 Ja (28,3 Prozent) legte das Volk sein Veto ein. Die Stimmbeteiligung lag bei 45,5 Prozent.

"Hüftschussinitiative"

Im Vorfeld wurde diese Initiative als zu wenig durchdacht beurteilt. Von einem Schnellschuss oder eben von einer Hüftschussinitiative war immer wieder die Rede. Ein grosser Teil der Bevölkerung fand sich in den teilweise unklaren Aussagen der Initianten und dem unklaren „Zahlensalat“ nicht mehr zurecht. Einleuchtend und verständlich waren aber die Argumente der Gegner, dass in erster Linie Kantone mit heute hohen Gesundheitskosten von dieser Einheitskasse profitieren würden. Denn hohe Gesundheitskosten bedeuten automatisch auch hohe Prämienkosten. Dagegen wären die kostengünstigen Kantone – sei es bei den Gesundheitskosten oder auch bei den Versicherungsprämien – nach der Annahme der Initiative im Nachteil. Es war zu befürchten, dass diese Kantone schlussendlich die hohen Kosten der übrigen Kantone übernehmen müssten.

Stimme der „Gewinner“

Walter Elmer ist Präsident der Krankenkasse Elm, welche vor allem dank guter Kostenkontrolle mit sehr günstigen Prämien auftreten kann. Seine Meinung zum heutigen Abstimmungsresultat: das sehr deutliche Resultat gesamtschweizerisch, vor allem aber auch im Kanton freut mich natürlich sehr. Es zeigt, dass die Glarner Stimmbürger die Vorlage eingehend studiert und beurteilt haben. Die Glarnerinnen und Glarner wollen weiterhin die freie Wahl ihrer Krankenkasse und sind deshalb auch sehr kostenbewusst. Der Kanton Glarus hat die Gesundheitskosten im Griff und steht im Vergleich mit den übrigen Kantonen sehr gut da. Das Abstimmungsergebnis ist so klar, dass diese Sachen nun endlich vom Tisch sein sollte und es ist zu erwarten, dass in absehbarer Zukunft keine ähnliche Vorstösse und Initiativen vor das Volk kommen.“

Die vielen kleineren Krankenkassen, welche sich stets für tiefe Prämien einsetzen, können dieses klare Resultat mit Freude zur Kenntnis nehmen. Klar ist aber, dass damit die laufend steigenden Kosten im Gesundheitswesen nicht gebremst werden. Jeder Einzelne hat es weiterhin in den Händen, dass diese Kosten nicht ins Uferlose laufen. Bevor ein Arzt aufgesucht wird, sollte man sich Gedanken über die Dringlichkeit oder Notwendigkeit machen. Oft helfen einfache Hausmittel um die kleinen „Wehwechen“ zu heilen.