Die kleinste Hauptstadt setzt alles auf eine Karte

Am 5. Dezember lüftet Glarus Service auf dem Rathausplatz das gut gehütete Geheimnis über die künftig ganzjährige Inszenierung der Glarner Landsgemeinde. Dabei spielt eine besondere Karte eine bedeutende Rolle. Es handelt sich um eine Karte, die sehr eng mit der Identität der Glarnerinnen und Glarner verbunden ist.



Die Landsgemeinde ist nicht nur ein kostbares Stück Schweizer Geschichte. Es ist ein kostbares Privileg, durch Handheben seinen Willen kund zu tun und über die Zukunft abstimmen zu können. Umso wichtiger ist es den Verantwortlichen der künftig ganzjährigen Inszenierung, die Landsgemeinde und den Zaunplatz ins beste Licht zu rücken. Ein durchdachtes Paket mit verschiedenen, ineinander verwobenen Massnahmen soll die Glarner Landsgemeinde ab nächstem Jahr auf sympathische und gescheite Art und Weise zum Stadtgespräch machen. «Wir wollen, dass man sich weit über die Kantonsgrenzen hinaus an unserer Inszenierung erfreut und über die Glarner Landsgemeinde geredet wird», macht Kaspar Marti, Präsident von Glarus Service, neugierig.

Mitbestimmung seit 1387

Glarnerinnen und Glarner gestalten die Zukunft seit jeher mit. Die Stimmberechtigten versammeln sich einmal jährlich unter freiem Himmel zum grössten Parlament. An der Landsgemeinde sagen sie nicht nur ja oder nein, sondern ändern nach der Aufforderung «Ds Wort isch frii» auch Gesetzesvorlagen und Anträge ab. So befinden sie jeweils am ersten Sonntag im Mai auf dem Zaunplatz in Glarus über grundlegende Rechts- und Sachgeschäfte, über den Steuerfuss und wählen die Richter. Glarus ist der einzige Kanton, der diese basisdemokratische Tradition in einer derart ausgeprägten Form kennt und pflegt.