Die MGH Engi geniesst das besondere Ambiente am EMF in Biel

Am Freitag, 15.05.2026, reist die MGH Engi bereits am Morgen um 06.30 Uhr Richtung Biel, um ins Geschehen am EMF (Eidgenössisches Musikfest) einzugreifen. Im Gepäck, die intensiv eingeübten Aufgabe-, Selbstwahl- und Parademusikstücke.



Die MGH Engi geniesst das besondere Ambiente am EMF in Biel

Während der Anfahrt nach Biel knistert es so richtig vor Anspannung im Bus. Alle sind gespannt, was uns da wohl erwartet, diejenigen die das EMF als Premiere erleben, aber auch die «alten Hasen». Zuerst werden bei der Anfahrt die Unterkünfte (Massenlager Turnhalle Meinisberg und mehrere Doppelzimmer im Sportzentrum Magglingen) angefahren. Anschliessend die Festkarte abholen bei der Tissot Arena vor der Stadt und hinein ins Getümmel von Musikanten und Autobussen, um an den Ausgangspunkt des Festes zu gelangen. Bereits da merkt man, dass die Organisation des Anlasses wirklich minutiös vorbereitet ist. Ca. 24`000 Musikanten aus 550 Musikvereinen zu steuern, ist wahrlich keine leichte Aufgabe!

Instrumentendepot in Tiefgarage, Tolle Wettspiellokalitäten

Rund um den Festplatz Esplanade wickelt sich das ganze Eidgenössische ab. So ist auch das Instrumentendepot für eine solche Masse an Musikanten eine logistische Herausforderung, die das OK aber bravourös gelöst hat. Unter dem Festplatz liegt eine riesige Tiefgarage mit X Ebenen, auf denen nun sämtliche Musikvereine ihre eingehegten Abteile beziehen können. Nachdem wir dies erledigt haben, verschieben wir uns zum Einspiellokal in der Schule Neumarkt. Nun gilt es wirklich bald ernst: Markus Tinner, unser Dirigent, versucht das Nervenflattern in Grenzen zu halten und motiviert uns Musikanten mit ruhigem Einspielen.

Das Konzertlokal ist gleich um die Ecke und somit ist der Wechsel schnell vollzogen. Der genaue Zeitplan muss eingehalten werden, so sind wir pünktlich von 15.10-15.40 Uhr zum Konzertauftritt aufgefordert. Nach der Vorstellung des Vereins an die Jury und allen Zuhörern im Saal, haben wir einen 1-minütigen Klangtest zugute, um uns auf das Lokal und ihre Akustik einzustellen. Danach folgt das Startzeichen durch die die Jury, nun gibt es kein Zurück mehr! Unser Aufgabenstück «Bouffonneries» von Benedikt Hayoz in der 3. Klasse Harmoniebesetzung gilt es als Erstes der Fachjury (explizit nur für die Aufgabenstücke zuständig) vorzutragen. Wir geben unser Bestes und versuchen den Charakter und die Ideen des Komponisten umzusetzen. Die Jury beurteilt dabei das Tempo, die richtigen Töne, das Zusammenspiel und den Klang. Sind alle lauten Stellen eingehalten, aber auch die ganz leisen Stellen korrekt wiedergegeben? Dass unsere Präsidentin Angela Bertini nebst der Organisation für das EMF, auch noch eine ihr etwas Sorgen bereitende Stelle mit Links bewältigt hat, sei nur am Rande erwähnt. Bravo! So vergibt die Jury dann ihre Punkte von 1 bis 100. Wir Musikanten empfinden die Akustik im Saal recht stumpf und trocken und so ist eine Einschätzung des eigenen Spiels schwer. Es bleibt aber wenig Zeit, um darüber nachzudenken, denn bereits hat die Jury, welche für die Bewertung des Selbstwahlstücks zuständig ist, Platz genommen. Wir dürfen dieses nun zum Besten geben: «The Grapes of the Sun» von Mario Bürki. Diese Impressionen aus einem Weingut sind auch für die Zuhörer äusserst gehörfällig, da am Schluss auch ein Weinfest integriert ist. Ein äusserst amüsantes Stück. Die Punktzahlen der Jury werden erst am Abend an der Rangverkündung bekannt gegeben: so erhalten wir für das Aufgabenstück 81.33 Pt. und für das Selbstwahlstück 83.00 Pt. Dies bedeutet der 21. Rang von 29 bewerteten Vereinen an diesem Tag in diesem Lokal.

Wunderbarer Znacht und ab an die Parademusik

Die erste Nervosität ist nun abgeklungen und so geht es Schlag auf Schlag weiter. Von 17.30-18.30 Uhr geniessen wir ein feines Nachtessen, gestärkt wechseln wir darauf, auf die Marschmusikstrecke. Mit etwas Verspätung dürfen wir dort unseren Marsch «Belgano» von Max Leemann dem zahlreichen Publikum und der Jury präsentieren. Dies gelingt uns, mit der applaudierenden Zuschauermasse, ebenfalls unseren Möglichkeiten entsprechend gut. So erreichen wir in dieser Kategorie die Punktzahl von 80.66 Pt. Für uns Musikanten sind diese Punktzahlen eine Standortbestimmung und zeigen uns auf, wo noch Übungspotenzial besteht. So haben wir unser Pflichtprogramm erfüllt und können ab diesem Zeitpunkt das EMF einfach geniessen. Viele der Engeler Musikanten bleiben auf dem Festplatz und geniessen dort die Festatmosphäre. Dass dabei leider die Musik viel zu laut verstärkt wird, ist der einzige Negativpunkt am Fest. Die Festlaune wird lediglich durch den kalten und bissigen Wind etwas gedämpft, aber wer die Engeler kennt, der weiss, dass sie sich durch Wetterunbill die gute Laune nicht verderben lassen. Nach einer kurzen Nacht steht die Zeit am Samstag frei zur Verfügung. Einige geniessen die Musik auf der Hauptbühne im Freien, andere besuchen die Wettspiele in den verschiedenen Lokalen.

Die weiteren Glarner Vereine, die in Biel im Einsatz waren: Harmoniemusik Glarus und Näfels in der 2. Stärkeklasse, Musikgesellschaft Oberurnen in der 3. Stärkeklasse und die Harmoniemusik Elm in der Unterhaltungsmusik Unterstufe.

Alle sind des Lobes voll, über die tolle und vorbildliche Organisation und so geht es am Samstagnachmittag wieder nach Hause. In Engi werden wir herzlich von den Dorfvereinen empfangen und mit vielen Eindrücken und Emotionen geht ein unvergessliches und eindrückliches Musikfest zu Ende. Allen, die zum guten Gelingen dieses Festes beigetragen haben, Präsidentin, Vorstand und Dirigent: ihr habt das Spitze gemacht: Danke!!