Die Mittwochgesellschaft Ennenda

Es war im November 1876, als die Mittwochgesellschaft Ennenda, welche unter den Mitgliedern auch «Mittwochia» genannt wird, gegründet wurde. Bis heute ist der Beitritt nur Männern möglich.




Im entsprechenden Protokoll der «Constituierung» ist nachzulesen, dass das Entstehen «die Pflege des gesellschaftlichen Lebens» zum Inhalt haben soll. Bis heute – der «Mittwochia» gehören beachtliche 41 Männer an – hat der eigentliche Zweck spürbare Änderungen erfahren. Der einstige Lesezirkel ist verschwunden. Das eher seltene Zusammengehen mit der Casinogesellschaft dauerte von 1888 bis ungefähr 1918. Es fanden damals Veranstaltungen vor Wahlen und Gemeindeversammlungen mit dem Portieren geeigneter Kandidaten für Land-, Gemeinde- und Schulrat aus den eigenen Reihen statt. Die Wahlerfolge seien meistens sehr gross gewesen. Mit dabei war die «Abendgesellschaft Ennetbühls», von der ab 1899 weitere Angaben fehlen. Einst traf man sich auch jeden Mittwoch zu einer der vielen Veranstaltungen, heute ist das noch einmal pro Monat der Fall. Mit Schmunzeln nimmt man zur Kenntnis, dass zu Zeiten der Gründung und in den Folgejahren, der aus drei Personen bestehende Vorstand geheim gewählt wurde. Gleiches galt für Eintrittswillige. Drei Viertel der jeweils Anwesenden mussten ihr Ja in die Urne einlegen, damit es zur Aufnahme kam. Auch heute noch entscheidet die Hauptversammlung über die Aufnahme neuer Mitglieder, welche im «Göttiverfahren» vom Vorstand vorgeschlagen werden. Alle Mitglieder waren in der Gründerzeit und später verpflichtet, mindestens einmal pro Monat an einem Anlass teilzunehmen. Wiederum im Gründungsprotokoll und den Statuten ist nachzulesen, dass die «Triftigkeit allfälliger Entschuldigungen durch den Vorstand untersucht wurde». Um die Vereinskasse aufzupolieren, wurden während des Bestehens des Lesezirkels Zeitschriften aus dem Vorjahr an der jeweiligen HV versteigert. Die heutigen Aktivitäten wickeln sich in gemächlicherem Rhythmus ab. Einst wurde noch von Ennenda nach Elm gewandert, auf dem Rückweg habe man auf einem Fuhrwerk Platz genommen. So stehen auf den sich inhaltlich wiederholenden Jahresprogrammen mit Hock, Chlausabend, Neujahrsapéro, Ausflügen (Titlis, Thunersee, Grossbaustelle Linthal 2015), Referate zu Aktuellem bewährte und geschätzte Anlässe, die von Präsident Kurt TrArtikelümpi und seinen Vorstandskollegen stets umsichtig vorbereitet werden.