Die Näfelser Fahrt – Glarner Nationalfeiertag

Jeweils am ersten Donnerstag im April gedenkt das Glarnervolk den Gefallenen in der Schlacht bei Näfels. Die Feier wird nur um eine Woche verschoben, wenn das Fahrtsdatum in die Karwoche fällt. So geschehen in diesem Jahr, weshalb die Fahrtsfeier erst am 12. April durchgeführt wurde.



Die Näfelser Fahrt – Glarner Nationalfeiertag

Bei herrlichem Sonnenschein und angenehmer Wärme marschierten traditionsgemäss eine stattliche Anzahl GlanerInnen ab dem Zeughaus Glarus Richtung Näfels. Erstes Ziel war der Platz im Schneisingen. Begleitet wurde die Bevölkerung von einer militärischen Ehrenformation, der Harmoniemusik Näfels und einer Formation von Tambouren. Mit dabei natürlich die Fahne, welche auf keinen Fall fehlen durfte.

Fahrtsrede von Landesstatthalter Pankraz Freitag

In einem Erlass der Landsgemeinde von 1835 ist unter Artikel 6 folgender Wortlaut aufgeführt: „Die übliche Begrüssungsrede wird abwechselnd das eine Jahr vom Amtslandammann, das andere Jahr vom Landesstatthalter, respektive im Behinderungsfall vom nächstfolgenden Mitglied des Regierungsrates geführt.“ Turnusgemäss war dieses Jahr wieder der amtierende Landesstatthalter an der Reihe. Nach einem Abstecher in die geschichtliche Vergangenheit richtete der Redner seine Aufmerksamkeit auf die Gegenwart und die Zukunft. Es sei vor allem wichtig, dass wir zu unseren Ressourcen und zu unseren Potenzialen Sorge tragen und diese nicht aus den Händen geben. Langfristig ist wahrscheinlich das Wasser unser grösstes Potenzial, ohne das es kein Leben gibt und das uns schon bisher über die Nutzung der Wasserkraft Arbeitsplätze, Wasserzinsen und Steuern geliefert hat.

Feier aur dem Fahrtsplatz

Seit 2000 wird der Fahrtsbrief durch den Ratssekretär, Josef Schwitter, fliessend und sehr gut verständlich verlesen. Ein sicherlich nicht leichtes Unterfangen, denn die Wort- und Satzformulierung entspricht ja bekanntlich nicht der heutigen Zeit. Anschliessend richtete Weihbischof Dr. Paul Vollmar aus Chur das Wort an die in grosser Zahl erschienene Glarner Bevölkerung und an die vielen Gäste aus Nah und Fern. Ebenfalls im Erlass von 1835 ist unter Artikel 2 folgendes nachzulesen: „Hingegen soll in Rückkehr auf die bis zum Jahr 1655 bestandene vertragsmässige Bestimmung die Predigt auf der Fahrtsstätte das eine Mal durch einen evangelischen, das andere Mal durch einen katholischen Geistlichen gehalten werden.“

Feierliche Umrahmung

Umrahmt wurde die Fahrtsfeier durch verschiedene Darbietungen der Harmoniemusik Näfels, welche im Schneisingen auch die Feier mit einem „Intermezzo Beautiful Janet“ von T. Huggens eröffnet. Eine Première im Schneisingen war der Auftritt des Glarner Kantonal Gesang Vereins mit Frauenstimmen und vier Bläsern. Die Leitung lag, wie bereits im vergangenen Jahr, in den bewährten Händen von Josef Müller-Büche, Schwändi. Eindrücklich war auch das Lied grosser Gott wir Loben Dich... dargeboten von der Harmoniemusik Näfels gemeinsam mit dem Chor. Dabei war zu beobachten, dass auch viele der Anwesenden in dieses Lied mit einstimmten.

Für einmal weisen wir bewusst auf unsere Fotogalerie von dieser eindrücklichen Fahrtsfeier hin. Benutzen Sie die Gelegenheit und lassen Sie sich mit diesen Bildern noch einmal in die diesjährige Fahrt „verführen“