Die Personalfrage hat für Glarus Nord erste Priorität

An der ersten Infoveranstaltung von Glarus Nord in der linth-arena sgu beteiligten sich rund 350 Personen. Den Angestellten der verschiedenen Gemeinden wurde versichert, dass man auf ihre Erfahrung und ihr Wissen nicht verzichten möchte.



Grossaufmarsch am vergangenen Montagabend in der linth-arena sgu in Näfels: Rund 350 Angestellte sowie fast alle Behördemitglieder der acht sich zusammenschliessenden Gemeinden beteiligten sich an der ersten Infoveranstaltung von Glarus Nord. Wie Projektleiter Willy Kamm zu Beginn erklärte, habe man beschlossen, erst dann zu informieren, wenn man auch etwas zu sagen habe. Vieles sei noch nicht so glasklar, wie man es gerne haben möchte, aber man stehe mitten in einem Prozess. Sicher sei, dass am 1. Januar 2011 eine rechtmässig gewählte Behörde eine funktionierende Gemeinde übernehmen müsse, auch wenn dann wohl kaum alles schon hundertprozentig perfekt sein werde.

Erfahrung und Wissen behalten

Kamm stellte die Projektorganisation von Glarus Nord vor. Im Steuerungsausschuss und der Projektleitung von Glarus Nord sind alle Gemeindepräsidenten der acht Gemeinden vertreten. Zur Beratung der verschiedenen Bereiche wurden zwölf Arbeitsgruppen gebildet und für diese alle ein Pflichtenheft ausgearbeitet. Einige Arbeitsgruppen sind bereits gestartet, und erste Zwischenergebnisse liegen bereits vor. Die Projektleitung gibt der Personalfrage erste Priorität, denn eine Abwanderung von Fähigkeiten und Wissen seit kann sich die Glarus Nord nicht leisten. Ein weiterer wichtiger Punkt für die Projektleitung ist die Standortfrage der Verwaltung der neuen Grossgemeinde.

Ein Kommunikationskonzept schaffen

Als wichtigen Schritt zur Gemeindestrukturreform muss der Kanton nun die gesetzlichen Grundlagen schaffen, welche die verschiedenen Organisationenformen der drei Grossgemeinden ermöglichen. Mit der Schaffung der Rechtsgrundlagen gibt der Kanton die Meilensteine für die Entwicklung von Glarus Nord vor. Der Kanton darf aber den Gemeinden nicht vorschreiben, wie sie sich zu organisieren haben. Mehrere kommunale Arbeitsgruppen haben daher ihre Arbeit aufgenommen, ohne auf den Kanton zu warten. Es gilt aktiv zu werden, statt abzuwarten. Die Resultate der einzelnen Arbeitsgruppen müssen für alle Mitglieder aller Arbeitsgruppen zugänglich sein. Daher muss dringend ein umfassendes Kommunikationskonzept geschaffen werden. Damit es nicht zu Doppelspurigkeiten und unnötiger Mehrbelastung kommt, muss die Koordination innerhalb der kantonalen und kommunalen und insbesondere zwischen den kantonalen und kommunalen Arbeitsgruppen verbessert werden.

Leitlinien für den Umgang mit Personal

Eine kantonale Arbeitsgruppe ist damit beauftragt, «soziale Grundsätze» auszuarbeiten, auf welche sich Kanton und Gemeinden einigen können, um die herrschende Unsicherheit möglichst zu verkleinern. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass Stellenreduktionen nach Möglichkeit über natürliche Fluktuationen erfolgen; bei Neuanstellungen bis Ende 2010 nur befristete Verträge abgeschlossen werden; und wo Kündigungen unvermeidlich sein sollten, die soziale Situation zu berücksichtigen ist und Härtefälle sind zu vermeiden sind. Der Projektleiter versicherte dem versammelten Gemeindepersonal, dass sie ihren Job nicht kündigen müssten, um sich dann wieder neu zu bewerben. Damit sind die jetzigen Gemeindeangestellten und Lehrpersonen privilegiert bei Neuanstellungen, sei es an ihren jetzigen Arbeitsplätzen (respektive innerhalb von Glarus Nord), sei es allenfalls in einer der anderen neuen Gemeinden (Stellenbörse).

Homepage und Zukunftskonferenz

Der Kanton richtet eine Ombudsstelle für die Beratung von kantonalen und kommunalen Angestellten in besonderen persönlichen oder sozialen Anliegen im Rahmen der Gemeindestrukturreform bis Ende 2011 ein. Das Kommunikationskonzept von Glarus Nord wird noch ergänzt werden durch eine eigene Homepage. Zudem hat Glarus Nord auch im Newsletter des Kantons Platz zur Verfügung. Der Einbezug der Bevölkerung schliesslich soll im Herbst mit einer Zukunftskonferenz abgedeckt werden.
Aldo Lombardi Medienbeauftragter GlarusNord