Die Pestalozzi-Stiftung Zürich unterstützt auch Glarner

Über 1,6 Millionen Franken Ausbildungsstipendien an junge Menschen aus schweizerischen Berg- und Randgebieten.



Paul Aebli ist Vertrauensperson der Pestalozzistiftung für den Kanton Glarus (Bild; ehu)
Paul Aebli ist Vertrauensperson der Pestalozzistiftung für den Kanton Glarus (Bild; ehu)

Die Bedeutung privater Stiftungen, insbesondere im Stipendienwesen, nimmt weiter zu. Sparzwang der öffentlichen Hand, steigende Anforderungen des Arbeitsmarktes, angespannte finanzielle Situation für mehrköpfige Familien und Alleinerziehende, zunehmende Mobilität sind nur einige Ursachen für den steigenden Stipendienbedarf.

Vorausschauende Persönlichkeiten haben vor 47 Jahren die Pestalozzi-Stiftung gegründet, welche junge Menschen, namentlich aus schweizerischen Berg- und Randgebieten, in ihrer Aus- oder Weiterbildung finanziell unterstützt. 2007 konnten 515 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus allen Regionen der Schweiz berücksichtigen werden. 183 haben eine universitäre und 284 eine nicht-universitäre Ausbildungsstätte besucht. 48 Stehen in einer Berufslehre.

Nach vier finanziell positiven Jahresergebnissen reichten 2007 die Einnahmen nicht aus, um die Ausgaben zu decken. Die geringer ausgefallene Anlagerendite und das Fehlen grosser Legate und Vergabungen führten zu einem Fehlbetrag von Fr. 200’000. Sollte 2008 der erhöhte Stipendienbedarf und die erstmals aufgrund des Neuen Finanzausgleichs wegfallenden Rückvergütungen der Kantone nicht durch ein höheres Spendenvolumen ausgeglichen werden können, müsste die Stipendienvergabe leider restriktiver werden.

Eine solche Massnahme wäre bedauerlich, ist doch die wichtigste Ressource in der Schweiz das Humankapital. Die Schweizer Wirtschaft ist weitgehend vom Wissen und Können ihrer Mitarbeitenden abhängig. Bei der Gründung der Pestalozzi-Stiftung war es für Teile der Schweizer Jugend -und ganz besonders für Jugendliche aus Berggegenden -noch keine Selbstverständlichkeit, überhaupt eine Erstausbildung absolvieren zu können. Heute sind wir mit einer Situation konfrontiert, in der auch die Weiterbildung zu einem zentralen Thema geworden ist. Immer mehr Jugendliche stehen vor der Tatsache, dass sie zusätzlich in ihre persönliche Weiterbildung oder sogar in eine Zusatzausbildung investieren müssen, um auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Heute reicht eine Ausbildung nicht mehr fürs ganze Leben und dies wirkt sich zunehmend schon bei den 20- bis 30-Jährigen aus. Die Pestalozzi-Stiftung trägt auch dieser Entwicklung Rechnung und hat im Berichtsjahr, zusätzlich zu den Grund- und Erstausbildungen, 115 Gesuche für Zweit-, Dritt-, Zusatzausbildungen oder Weiterbildungen positiv beantwortet.