Die Pilger sind zurück

Vier Tage lang war die ökumenische Gruppe auf dem von Pfarrer Josef Kohler neu initiierten Felix-und-Regula-Pilgerweg unterwegs. Am Sonntag wurden sie von ihren Familien und Freunden Fahne schwenkend in Zürich wieder empfangen.




Gestartet waren die rund 50 Männer und Frauen an der Felix-und-Regula-Quelle im Tierfehd Linthal. Nach der feierlichen Eröffnung durch politische und religiöse Würdenträger ging es bei strömendem Regen zunächst nach Luchsingen und Näfels. Die Gruppe legte insgesamt 75 km zu Fuss zurück, bis sie am dritten Tag in Busskirch ankamen.

Felix und Regula – Heilige, die Glarus mit Zürich verbinden

Felix und Regula haben das Christentum über die Alpen gebracht und gelangten auf ihrer Flucht über Glarus schliesslich nach Zürich. Dort sind sie bis heute auf dem Stadtsiegel abgebildet und als Stadtheilige finden sich an vielen Orten Spuren ihrer Verehrung. Lange aus dem Bewusstsein verschwunden, dass Zürich als Pilgerort gross geworden ist, ist es Pfarrer Josef Kohler ein Anliegen, als Zürcher vom Glarnerland aus ein Tor nach Zürich zu öffnen und auch umgekehrt «die Zürcher zu einer zweifachen Quelle führen: nämlich zu den Wassern, die den Ursprung des herrlichen Zürichsees bilden und zur Tradition, dass ihre Stadtheiligen als erste christliche Glaubensboten von hier aus den Weg nach Zürich eingeschlagen haben».

Quelle als Lebensstrom

Die Quelle und das Wasser begleiten die Pilger dann auf der ganzen Reise. Nicht allein durch das Wasser der Linth, sondern auch symbolisch. Die Quelle als Ursprung des Lebens, als Ort des Auftankens, hat vor allem für Gläubige aller Konfessionen zentrale Bedeutung. Geistlich auftanken, die innere Mitte finden, sind einige der Gründe, warum sich Teilnehmer der Erfahrung des Pilgerns stellen wollten. In Zeiten voller Terminkalender und vielfacher Aufgaben in Familie und Beruf brauche es Abstand, um herauszufinden, was eigentlich Gott von mir wolle, offenbart eine Teilnehmerin aus Baar. «Es hat mich kräftig durchgeschüttelt, aber da, wo vorher Leere war, bin ich jetzt glücklich», so ihr Fazit. So erzählt jeder seine ganz persönliche Geschichte und es hat sich bestätigt, was zu Beginn der Reise Almut Neumann, Dekanin der Reformierten Kirche, formuliert hatte: Jeder macht unterschiedliche Erfahrungen, manche treffen Entscheidungen, tanken auf und entdecken neue Kraftquellen.

Ökumenischer Gottesdienst als Höhepunkt

Als das Ledischiff die Pilgergruppe am Sonntag an die Anlegestelle Bürkliplatz zurückbringt, werden sie mit Alphornklängen empfangen. Familien und Freunde stehen am Steg und winken mit Pilgerfahnen, darunter auch Christian Marti, Gemeindepräsident von Glarus. Nach einer sehr informativen Stadtführung zum Thema «Zwingli meets Felix und Regula» – ist der Festakt in der Wasserkirche der krönende Abschluss. Gestaltet wird er von Vertretern beider Konfessionen sowie einem koptischen Pater und nicht zuletzt von den Pilgernden selbst. Grussworte richtet auch Regierungsrätin Christine Bickel an die Anwesenden. Was bleibt nun nach dieser Pilgerfahrt? Ein Redner beantwortet dies so: «Wir haben uns getragen, wir haben uns ertragen, wir sind Freunde geworden.»

www.pilgerweg-felix-und-regula.ch.