Die Präsentation der Maturaarbeiten in der Kantonsschule Glarus

Über viele, zuweilen stressige und fordernde Monate hinweg, einige sprechen von einem ganzen Jahr, waren 55 Maturandinnen und Maturanden am Ausfertigen ihrer Maturaarbeit, die zu einem festgelegten Zeitpunkt abgeschlossen sein musste, ging es doch ums Präsentieren in Anwesenheit der jeweils betreuenden Lehrpersonen und das Beantworten verschiedenster Fragen. 30 Minuten standen pro Arbeit zur Verfügung, davon waren je zehn Minuten fürs Präsentieren des Erreichten und das Beantworten von Fragen der Lehrpersonen und eine kurze Zeitspanne für Fragen aus dem Publikum reserviert.




Diese Vorgaben waren ambitiös, führten nicht selten zu Stress. Das Vorbereiten war für alle gleichermassen anstrengend, mussten doch geeignete Zimmer zugeteilt und ein gut funktionierender Zeitplan aufgestellt werden. Das Interesse war derart, dass nicht selten zusätzliche Sitzgelegenheiten bereitgestellt werden mussten. Im übersichtlich gegliederten Programm wies Prorektor Christoph Zürrer auf wissenswerte Details hin.

 

Die Bandbreite der von den Maturandinnen und Maturanden selbst gewählten Themen war beeindruckend, ebenso auch die Erkenntnis, dass in jedem Fall sehr seriös, engagiert und durchaus kreativ gearbeitet worden war, dass man mit den zugeteilten Zeitfenstern beeindruckend gut zurechtkam und die Fragen von den begleitenden Lehrkräften und aus dem Publikum kompetent zu beantworten wusste. Benotet wurden jeweils die persönliche Präsentation und die Fragen der Lehrkräfte.

 

Aus der Fülle seien – ohne Wert auf eine repräsentative Vollständigkeit – herausgegriffen:

«Die britische Monarchie. Warum existiert sie noch im 21. Jahrhundert (Radamonti Bettina); «Untersuchung des iPad-Gebrauchs an der Kantonsschule Glarus» (Hefti Frederick; «Eine Broschüre über Gebärmuttertransplantation» (Leuzinger Elena); «Mentale Stärke im Fussball» (Egli Levi); «Libra – Das Bezahlen der Zukunft» (Gilg Andri); «Von mittelalterlichen Trommelrhythmen bis zur Eigenkomposition» (Meili Nicolas); «Die Jugend schreibt immer schlechter – Mythos oder Fakt» (Schiesser Noemi); «Emotionen in Mambas» (Mettler Piya); «Placeboeffekt bei Koffein» (Weibel Kaj): «Die frühere Witrtschaftsgeschichte Ennendas dargestellt anhand eines Gemäldes von 1837» (Linus Hofmann); «Quantität und Notwendigkeit von Anglizismen im Deutschen» (Ryser Alina); «Zehn gleiche, aber doch unterschiedliche Jugendliche – Auswirkung der Mehrsprachigkeit auf Jugendliche» (FazlijiFatjona); «Zehn Jahre Gemeindestrukturreform – Ein Résumé der vergangenen Jahre» (Oertli Ivo); «Dinosaurier im Glarnerland: Auf den Spuren des Limmernbodendinosauriers» (Oberholzer Laura).

 

Nähere Hinweise zu einigen Arbeiten

 

Die frühere Wirtschaftsgeschichte Ennendas, dargestellt anhand eines Gemäldes von 1837

Der ebenfalls in Ennenda wohnhafte Linus Hofmann stellte seine Gemeinde anhand eines von Johann Heinrich Jenny gemalten Gemäldes mit Bezug auf Handel, Heimarbeit, Fabrikation und Handel mit Schiefertischen, die Textilindustrie und anderes vor. Dies umfasste den Zeitraum ab 1616 bis ungefähr 1900. Er sprach zum Niedergang, den Wissensstand der Ennendaner, der beim Aufbau neuer Handelsbeziehungen und der Industrie, den Reichtum der Gemeinde, von Bildinhalten und literarischen Quellen.

Quantität und Notwendigkeit von Anglizismen im Deutschen

Alina Ryser befasste sich mit Quantität und Notwendigkeit von Anglizismen. Sie analysierte drei Zeitungen und deckte damit eine grosse Bandbreite ab. Sie suchte nach der Abstammung von Wörtern, ergänzenden und verdrängenden Anglizismen. Über die Anglizismen in der deutschen Sprache könne man sich gewiss streiten. Der Anteil an verdrängenden Wörtern wird sinken, davon ist sie überzeugt. Sie wies auf Begriffe hin, die nur schwer in die deutsche Sprache übertragbar sind. Ihre Beispiele: «Burnout», «Homepage»; «Toastbrot». Es müssen alle Sprachen erhalten bleiben, ansonsten droht eine bedauerlicher Kulturverlust.

Zehn gleiche, aber doch unterschiedliche Jugendliche – Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf Jugendliche

Fatjona Fazliji zeigte ihre engen Bezüge zu fremden Sprachen. Sie befragte zwei Jugendliche (aus Vietnam / Laos und aus Brasilien. Sie ist überzeugt, dass Kinder viel leichter lernen als Erwachsene. Das Beherrschen einer einzigen Sprache sieht sie als klar nachteilig. Nicht immer fand sie heraus, wie eine von ihr ausgewählte Sprache entstand.

Zehn Jahre Glarner Gemeindestrukturreform – ein Résumé der vergangenen Jahre

Der Ennendaner Ivo Oertli stellte klar fest, dass die Fusion heute noch ein Thema ist, das an Aktualität wenig verloren hat. Es wurden damals 45 glarnerische Orts-, Schul- und Tagwensgemeinden zu drei Gemeinden zusammengefasst. Ivo Oertli sprach zu den Lösungen, der Abwanderung in Glarus Süd, Finanzhoheit der Gemeinden, Bevölkerungswachstum in Glarus Nord und damit erforderliche Lösungen von Problemen (Ausbau der Infrastruktur, Bewahren von Landreserven), zum beunruhigenden Rückgang des politischen Interesses, zur Entflechtung der kantonalen und kommunalen Aufgaben, zur gemeinsam genutzten Infrastruktur. Er ist der Meinung, dass die Entflechtung auch ohne Fusion möglich gewesen wäre. Er stellte die Entwicklungen in den drei neuen Gemeinden nebeneinander und fragte sich, ob der gesamte Prozess in kleineren, als den getätigten Schritten Sinn gemacht hätte.