«Die Schwinger von Senegal» in Glarus

Nicht nur in der Schweiz, auch im Senegal wird geschwungen. Der Fotograf Christian Bobst zeigt im Güterschuppen in Glarus, wie sich die Bösen im senegalesischen Nationalsport messen.



«Die Schwinger von Senegal» in Glarus

Glänzende Körper mit angespannten Muskeln, Voodoo-Amulette, in Senegal Gris-Gris genannt, schamanistische Rituale vor tanzenden Fans in vollen Stadien. Die Ausstellung «La Lutte Sénégalaise – Die Schwinger von Senegal» des Schweizer Fotografen Christian Bobst taucht hautnah in die Welt des senegalesischen Ringkampfes, der «Lutte Sénégalaise», ein. «Die Lutte Sénégalaise ist die populärste Sportart Westafrikas und hat sich von einem traditionellen Dorfkampf zu einem Millionen-Dollar-Spektakel entwickelt», sagt der Reportagefotograf Christian Bobst dazu. «Sie kombiniert körperlichen Wettkampf mit Ritualen, magischen Amuletten und Trommelrhythmen und ist für viele junge Senegalesen eine Möglichkeit zum sozialen Aufstieg.» Bei seiner Reportage im westafrikanischen Senegal begleitete Bobst einige Schwinger von ihren aufwändigen Vorbereitungen bis zum Kampf im ausverkauften Stadion, wo die nationalen Schwingfeste heute stattfinden.
Der 1971 in Solothurn aufgewachsene Grafiker und Fotograf ist weltweit mit der Kamera unterwegs. Seine Fotoreportagen wurden unter anderem im Stern, National Geographic, The Guardian, Die Zeit oder der NZZ veröffentlicht. Für seine Fotoarbeit über den senegalesischen Sport wurde er 2016 beim World Press Award in der Kategorie Sport Stories ausgezeichnet.

Eine Brücke zum ESAF 2025 Glarnerland+

Im Güterschuppen in Glarus werden rund 50 Bilder des senegalesischen Schwingens zu sehen sein, wobei Wahlglarnerin Melody Gygax als Co-Kuratorin Christian Bobst bei der Auswahl unterstützte. Die Ausstellung, welche parallel zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2025 in Mollis gezeigt wird, lädt auch zum Vergleich mit dem Schweizer Nationalsport ein. Bobst möchte so eine Brücke zwischen der Schweizer Schwingtradition und der Lutte Sénégalaise schlagen, zwei Sportarten, die trotz geografischer Distanz erstaunliche Gemeinsamkeiten aufweisen.

Ausstellung mit Rahmenprogramm

Die Ausstellung ist bis zum 7. September zu sehen. Die Vernissage findet am Samstag, 16. August, um 17.00 Uhr mit speziellen Gästen statt. Am Samstag, 23. August, wird im Rahmenprogramm um 20.30 Uhr der Film «Hoselupf – oder wie man ein Böser wird» von This Lüscher gezeigt, in dem Beat Schlatter augenzwinkernd durch den Film über den Schweizer Schwingsport führt. Am Sonntag, 31. August, wird in der Ausstellung um 16.00 Uhr die SRF-Dokumentation «Top Shots» präsentiert, in der das Fernsehteam den Fotografen Christian Bobst bei seiner Reportage im Senegal begleitete. Am Sonntag, 7. September, gibt es die SRF-Dokumentation «Zwei Fäuste und ein Halleluja – Chrigu und Sepp im Senegal» zu sehen. Oder wie Schwinger Christian Stucki und Sepp Amstutz vom Jodlerclub Wiesenberg die «Lutte Sénégalaise» am eigenen Leib erlebten.

Ausstellung im Güterschuppen Glarus, 17. August bis 7. September, geöffnet Mittwoch bis Freitag von 17.00 bis 19.00 Uhr sowie Samstag und Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr.