Die SP des Kantons Glarus sagt JA zur Einheitskrankenkasse

Die Krankenversorgung in der Schweiz ist qualitativ hochstehend. Sie ist aber teuer und wird immer teurer. Die ständig steigenden Krankenkassenprämien zeigen es schmerzhaft. Die Gründe für diese Kostensteigerung sind vielfältig; das heutige Krankenkassensystem ist einer davon. - Hier setzt die Initiative „für eine soziale Ein-heitskrankenkasse“ an.



Die SP Glarus sieht Sparpotential bei der Einheitskrankenkasse (Bild: jhuber)
Die SP Glarus sieht Sparpotential bei der Einheitskrankenkasse (Bild: jhuber)

Beendigung des Pseudowettbewerbs

Das heutige System sei zu bewahren, da der freie Wettbewerb die Kosten tief halte, sagen Gegner der Initiative, die oft den rentablen Krankenkassen nahe stehen. Tatsächlich besteht aber heute im Bereich der Grundversicherung ein Pseudowettbewerb. Die Leistungen, die zu erbringen sind, werden vom Bund definiert, die Prämienbildung ist nicht frei und jeder Einwohner ist verpflichtet, sich versichern zu lassen. Ein Vergleich mit dem Detailhandel hinkt also an allen Ecken und Enden. Das Gesundheitssystem, bei dem letztlich die eigene Gesundheit darüber entscheidet, ob Leistungen benötigt werden oder nicht, eignet sich nicht für den Wettbewerb! Da heute die Krankenkassen auf Gewinnoptimierung aus sind, konzentrieren sie sich auf die „Jagd nach guten Risiken“. Speziell gesucht sind junge, gesunde Leute, die Prämien zahlen aber keine Leistungen beziehen. Die Krankenkassen geben deshalb viel Geld für Werbung aus, welches sie besser in die Prävention und die wirklich Kranken investieren würden. Mit der Bildung einer Einheitskrankenkasse würde dieser unsägliche Pseudowettbewerb beendet und die Gelder könnten effizient eingesetzt werden. Da niemand in die Zukunft blicken kann, ist es schwierig, die Auswirkungen einer Einheitskrankenkasse vorherzusagen. Mit Blick auf die Vergangenheit wird aber klar, dass das bestehende System in den letzten 9 Jahren zu Kostensteigerungen geführt hat. Die Gegenwart zeigt auch, dass skandinavische Staaten mit Einheitskassen günstigere Gesundheitssysteme haben. Umgekehrt sind die Gesundheitskosten der USA, welche stärker als die Schweiz auf Wettbewerb setzen, noch höher als bei uns.

Weiterhin regionale Unterschiede bei den Prämien

Gerade im Glarnerland geht die Angst um, dass die Prämien steigen werden und dass wir die teureren Gesundheitskosten der Westschweiz mitfinanzieren müssten. Auch die Einheitskasse wäre aber dezentral organisiert und es gibt keinen Grund, warum die Einheitskasse nicht auch kantonale Unterschiede bei den Prämien vorsehen würde. Im Gegenteil, die Gesundheitskosten könnten regional genauer und transparenter berechnet werden. Im Glarnerland mit der geringen Ärztedichte wären die Prämien weiterhin tiefer als anderswo. Tatsächlich würden mit der Bildung einer Einheitskasse auch die kleinen, regionalen Krankenkassen aufgelöst. Diese Kassen arbeiten heute kostengünstig und konsumentenfreundlich. Sie sind aber schon heute einem Verdrängungswettbewerb ausgesetzt. In den letzten Jahren hat die Zahl der Krankenkassen auf Kosten der kleinen stetig abgenommen (1990 noch 220 Kassen, 2006 noch 87). Breits heute verwalten die 10 grössten Krankenkassen 70% der Versicherten. Der Druck der grossen Krankenkassen, das Wettbewerbsprinzip zu verstärken, wird bei Ablehnung der Initiative wohl noch zunehmen und die kleinen Krankenkassen werden weiter verschwinden.

Sparpotential bei der Einheitskasse

Die vorgeschlagene Einheitskrankenkasse ist kein Wunderheilmittel gegen die Kostensteigerung im Gesundheitswesen. Sie birgt aber beachtliches Sparpotential, in dem Verwaltungskosten vermindert werden, Werbekosten entfallen und die teure und absurde „Jagd nach guten Risiken“ abgeschafft wird. Dazu ermöglicht eine Einheitskasse auch eine transparente, einheitliche Kostenkontrolle und damit wichtige Steuerungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen. Es ist offensichtlich, dass im heutigen System die Krankenkassenprämien stetig steigen, deshalb ist ein Wechsel nötig. Die Vorteile einer Einheitskrankenkasse überwiegen klar, die Initiative ist deshalb anzunehmen.